Mini Monday | Mein Leben mit dem Lieblingsbaby

Mein persönlicher Mini Zirkus, jeden einzelnen Tag, in den letzten 9 Monaten. Es hat sich viel verändert. Ich habe mich verändert. Plötzlich bin ich Mama. Überraschend kam das natürlich nicht, nein. Ich hatte ja genug Zeit mich darauf vorzubereiten, inklusive übertriebenem Nestbau-alles-muss-schön-sein-Modus. Im Krankenhaus fühlte ich mich die ersten drei Tage ganz gut aufgehoben. Ich wollte nach Hause und hatte doch keine Ahnung was mich erwartet. Zu Hause angekommen, saß ich damals auf der Couch, mit Mann, Baby und den zwei Katern, der eine ängstlich mit Tendenz zur Panik (Oh nein, d a s lebt ja!), der andere noch an unserem Verstand zweifelnd (ernsthaft?). Zum Glück war mein Ehefreund die Ruhe selbst.
Hilfe!?
Ich erinnere mich an die erste Woche zu Hause und an einen Abend an dem ich mit Baby allein zu Hause war. Allein.
Prinzipiell war nichts dagegen einzuwenden. Aber Baby waschen und umziehen – allein. Das war so nicht abgemacht. Schwer zu sagen wer in diesem Moment mehr überfordert war. Baby oder ich. Umziehen mussten wir uns definitiv beide, denn selten habe ich so geschwitzt wie an diesem Abend, mit der Heizung auf 5 hochgedreht, weil wir „Rabeneltern“ keinen Heizstrahler besorgt hatten. Im Februar. Hallo!?
Glaubt mir, ihr braucht keinen Heizstrahler wenn Heizung und Fön funktionstüchtig und einsetzbar sind. Außerdem können Heizstrahler runterfallen oder explodieren. Oder beides gleichzeitig. Oder sie fristen ihr Heizstrahler-Dasein ganz normal und brav über dem Wickeltisch. Nur eben nicht über unserem.
Jedenfalls hatte das Baby auch eine Meinung zum Wasch-Umzieh-Vorgang. Keine gute, wie mir schien. Eine lautstarke Rebellion im Miniformat. Gefühlte Stunden und einige Windelmanöver später schlief zumindest einer von uns beiden erschöpft ein.
Fast 9 Monate später sitzt mir eine ausgelassene Wasserratte gegenüber, die deutlich Spaß an der Wasch-Plansch-ich-flute-das-Bad-Aktion hat. Umziehen müssen wir uns danach trotzdem wieder, beide. Aber aus der Ruhe bringen kann mich das nicht mehr.
Ich bin durch den Minimann viel ruhiger und gelassener. Barfuß auf ein Spielzeugauto treten und den Schmerz einfach runter schlucken, gar kein Problem. Vorm Spiegel stehen und Reste der vorangegangenen Essensschlacht im Gesicht und in den Haaren wiederfinden, kann mir gar nichts. „Du hast da einen Fleck.“ überhöre ich einfach. Hauptsache der Lidstrich ist halbwegs gerade und auf beiden Augen. Ja, beide Augen zu schminken ist tatsächlich eine Herausforderung. Gestern noch über eine Freundin geschmunzelt, heute selbst Two-Face gemimt. Passiert, merkt sicher keiner. „Sag mal hast du vergessen.“ Boar, ernsthaft jetzt? 
Tja, Mama ist raus. Macht jetzt auf wichtig, eigenes Business und so. Mamabusiness. Ansprechpartner für die nächste Party? Ich bin aktuell nicht die erste Wahl wenn es um durchzechte Nächte geht, die auf einen Kater am nächsten Morgen hinarbeiten. Obwohl. Kater hab ich sogar. Zwei an der Zahl, äußerst süß und knuddelig.
„Kinder verändern doch alles. Man ist total eingeschränkt.“ Kinder verändern a l l e s, richtig. Ihr habt kein Kind? Dann werdet ihr nicht verstehen wie man so einfach so über die Maßen glücklich sein kann.
Man hat Verantwortung für dieses kleine Bündel. Ich war mir vorher nicht bewusst, dass man in der Lage ist so zu fühlen.
Jeden Morgen so aufwachen, dagegen kommt einfach nichts an. #fürimmerimmer

7 Kommentare

  1. Du sprichst mir aus der Seele. Meine kleine Bohne ist drei Tage älter als der Minimann, und oft lese ich hier und denke: Genau!
    Auch diesmal. Man kann sich auf alles vorbereiten, aber nicht auf dieses Gefühl, wenn man morgens angestrahlt wird. Auch, wenn es 6 Uhr ist.

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