Die Braut | Ein Selbstversuch

 

So eine Hochzeit ist immer eine große Sache. Ein Ereignis mit viel Trubel und Heiterkeit. Den ganzen Tag steht man im Mittelpunkt und kurz vor der vollkommenen Erschöpfung darf man dann noch zu Walzer & Co. über das Parkett schweben. Die unbequemen, aber wunderschönen Schuhe zählen schon mit rein. Klingt doch verlockend.
Nein, für mich nicht.
Aber noch mal zurück. Am Anfang gab es da diesen Antrag, der einer jeden Hochzeit vorausgeht. Für mich kam es absolut überraschend. Auf einem Ben Howard Konzert in Berlin Spandau stand ich neben einem doch deutlich angespannten Freund. Ich schob es auf den Kreislauf und ahnte nicht wie richtig ich damit lag. „...and I’ll be yours to keep.“ – Auftritt Freund
Die Verwirrung auf meiner Seite war perfekt. Für zwei, drei Sekunden verirrte sich sogar ein kleiner Schock in mein Gesicht.
„Du spinnst doch…“ war in diesem Moment einem „Ja“ gleichzusetzen, was ich auch direkt noch nachschob. Ganz so ein Trampel bin ich dann doch nicht. Obwohl ich glaube, ich sagte noch etwas wie: „Können wir machen.“ Mit Charme konnte ich in diesem Moment eindeutig nicht punkten. Da war der Freund damals deutlich im Vorteil.Drei Tage später und noch vollkommen im Freudentaumel drängte sich dann der positive Schwangerschaftstest in den Mittelpunkt. Einer von der „Das hat sowieso nicht geklappt“- Sorte. Dieses NICHT funktioniert bei uns scheinbar gut.

Irgendwann kam dann die spontane Entscheidung, die Hochzeit noch vor den Nachwuchs zu legen.

Mein Plan: Allein, nur wir beide.  Sein Plan: Allein, nur wir beide.

Es hätte alles so einfach werden können, doch was dann passierte, konnte niemand ahnen. So oder so ähnlich würde es die Huffington Post wohl schreiben.Wir feierten schließlich in einem sehr kleinen, familiären Kreis. Es gab außerdem noch Trauzeugen, den Fotografenfreund und mein Lieblingsmädchen, die ihr Jetset-Leben für 4h anhalten konnte. Zusammen waren wir 20 Personen.


So aufgeregt ich die Tage vorher war, so ruhig war ich an diesem Tag. Alles verlief sehr entspannt. Keine typischen Hochzeitsspiele, keine Hektik, gute Musik und vor allem hatte ich bequeme Schuhe an. Kurz nach Mitternacht war auch schon wieder alles vorbei. Wir saßen noch ein bisschen zusammen, ich hielt mich müde an meinem Glas fest und mein Bauch wollte unbedingt aus dem Kleid raus. Ein Stück Schokotorte fand dann trotzdem noch seinen Weg zu mir. Und keine Angst: in dem Glas war nur Wasser.

 

Der ein oder andere hat sich vielleicht mehr spezielle Infos erhofft. Wenn ihr Fragen habt, dann könnt ihr diese gern hier oder via ask.fm stellen. Ich kann euch nur einen Rat geben. Lasst euch nicht reinreden! Macht es, wie ihr es für richtig haltet und es euch gut tut. Man wird es nie allen recht machen können, darüber könnte ich einen kleinen Roman schreiben. Ihr heiratet nun mal nicht für andere, sondern nur für euch.
Eine Feier mit unseren Freunden gab es einen Monat später.
Wie würdet ihr heiraten? Oder wie war es bei euch?

7 Kommentare

  1. Oh das klingt nach einem herrlichen Schleier-und-Smoking-Tag! Und die Geschichte vom Antrag und der Zuwachsnachricht <3 <3 <3

    Bei den ganzen Highlights letztes Jahr muss sich 2015 für Euch ja ganz schön anstrengen 🙂

  2. Das klingt toll!
    Bei uns wird es irgendwann wohl auch eine Hochzeit im kleinen Kreis werden. Finde ich persönlich auch viel schöner und gemütlicher, als das große Tamtam.

  3. Sehr sehr schön. Bei uns war es auch so…..allerdings dann mit Sohn (10 Monate) in den Südtiroler Weinbergen an dem heissesten Juni-Tag des Jahres (36 Grad), eine italienische Sommernacht, mit 13 Gästen, einfach wunderbar. Genau so machen wie man es mag! Gut gemacht, liebe Grüße, Josefine

  4. Bei uns wird es ganz (GANZ) bald genau so sein.
    Der Antrag kam auch für mich mega überraschend vor ca. einem Jahr. Die Hochzeitsplanung startetet… mega Location, zig Leute – und dann, endlich ein positiver Schwangerschaftstest.
    Was nun?!
    Wir haben uns auch für eine Minihochzeit mit ca. 20 Personen entschieden, vor der Geburt.
    Es wird (hoffentlich) entspannt und gemütlich. Mit lecker Essen und tollem Beisammen sein!!

    Herzliche Grüße, Frauke von
    ekulele

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