Mini Monday | Seit einer Woche schnullerfrei!

So viel vornweg: Es ist bereits der zweite Versuch, den Minimann von seinem geliebten Schnuller loszusagen.

Beim ersten Versuch kamen uns fast 40° Fieber, gepaart mit einem ausgefuchsten Kind, das einen vergessenen Schnuller hinter dem Bett fand, dazwischen. Aber solche Rabeneltern sind wir dann doch nicht, deswegen verschob sich die ganze Aktion nach hinten. Bis der liebe Ehefreund am Samstag vor einer Woche spontan meinte: „Komm, lass doch mal den Schnuller kaputt gehen.“

Schnuller

Rituale, Zeitpunkte und Wege sein Kind vom Schnuller zu entwöhnen, gibt es natürlich viele. Jeder muss für sich und sein Kind den „passenden“ Weg finden. Dank des ersten Fehlversuchs wussten wir, dass der Minimann die visuelle Unterstützung braucht, sprich den kaputten Schnuller sehen muss. Wären wir z.B. dem Vorschlag gefolgt und hätten den Schnuller dem Weihnachtsmann mitgegeben, wäre das sicher schiefgegangen. Der letzte Versuch ist schon eine ganze Weile her und der kleine Knopf hat mittlerweile ein Verständnis dafür entwickelt, dass man Dinge ersetzen bzw. neu kaufen kann. Als er den kaputten Schnuller letztes Wochenende entdeckte, war er zwar kurz irritiert, wusste aber sofort eine Lösung für sein Problem.

„Nuller putt, Mama Nuller neu!“

An dieser Stelle bitte ein ausgedehntes ZONK-Geräusch einfügen.

Ich musste ihm also erklären, dass ich keinen neuen Schnuller kaufen kann und ja(!) ich fühlte mich schlecht dabei, mit dieser Notlüge.

Schuhe vom Ehefreund – Defshop | Teppich von H&M

Eine Woche später kann ich aber sagen, dass wir den Schnuller wohl endgültig hinter uns gelassen haben. Die ersten drei Tage lag er immer und jederzeit griffbereit in seiner Nähe, danach haben wir ihn langsam aus seinem Sichtfeld entfernt. Er hat ihn sich immer mal wieder genommen, nur um sicherzustellen, dass der „Nuller putt“ ist. Sein verständnisvolles Kopfnicken dabei war einfach herzzerreißend.
Sein Einschlaf-Ritual hat sich seitdem etwas verändert, da der Schnuller bisher immer eine große Rolle gespielt hat. Er konnte durch ihn schnell zur Ruhe kommen und ohne Probleme einschlafen. Die ersten Abende ohne Schnuller waren natürlich etwas schwieriger für ihn. Der Ehefreund und ich haben uns daher abwechselnd jeden Abend neben sein Bett gelegt und gewartet* bis er eingeschlafen war.

*gesungen, vorgelesen, Geschichten erzählt, schlafend gestellt

Von Geburt an hat der Minimann neben seinem Schnuller immer ein Kuscheltuch an seiner Seite. Als er den kaputten Schnuller entdeckte, sagten wir ihm daher auch gleich, dass sein Tuch noch „ganz“ ist und nicht kaputt gehen wird. Wenn er in diesen Tagen also nach seinem kaputten Schnuller geschaut hat, ging der Blick danach direkt zu seinem Tuch.

kopfnickend: „Tuch ganz“

Ich könnte euch jetzt noch eine lange Liste aufzählen, von Dingen, die ebenfalls „ganz“ sind und es auch bleiben. Mama und Papa waren mit dabei. Auch wenn es mir anfangs sehr schwer fiel, ihn so traurig zu sehen. Freue ich mich jetzt umso mehr, dass er die Situation so gut gemeistert hat. Man könnte sich sogar einreden, dass die Nächte seitdem ruhiger für ihn sind. Das nächtliche Schnuller suchen fällt jetzt weg. Wie war das bei euch und euren Minis? 

Obwohl mir diese Art seiner Babyphone-Monologe etwas fehlen werden.

„Nuller! Nuller! Nuller!“

….

„…funden“

2 Kommentare

  1. Oh, mir wird ganz flau im Bauch als ich an unser Didi-Ende denke… Als der Zahnarzt unseren damals dreijährigen Sohn darauf ansprach, meinte er: Ich könnte den Didi doch dem Nikolaus mitgeben. Gesagt, getan. Wir haben einen Brief „geschrieben“, Oskar hat gesagt, dass er sich dafür ein Piratenschiff wünscht und dass der Nikolaus seinen Didi den Babies geben darf. Der Brief wurde auf die Terrasse gelegt und von den Engelein (ähem..) abgeholt. Ich hab ein Kostüm besorgt und einen lieben Freund, der reingeschlüpft ist (und so authentisch war), ein Piratenschiff (ein kleines von Playmobil) und genaue Anweisungen gegeben, dass das Kind jaaa nicht bloßgestellt wird vor allen anderen, dass er ihn nur freiwillig hergeben soll, dass wir keinen Druck ausüben wollen. Und dann war alles so harmlos…(Oskar voller Vorfreude, dass der Nikolaus überhaupt gekommen ist, ja klar geb ich den Didi mit, ich hab Dir ja einen Brief geschrieben). Verblüffung und Stolz auf unserer Seite. Allerdings hatten wir eine lange Phase, wo Oskar zum Einschlafen nicht zur Ruhe kam. Ich hab dann eine CD mit autogenem Training für Kinder besorgt, die sehr nett gemacht ist. Manchmal fand er sie sehr doof („die Frau sagt mein Arm ist schwer, der ist aber gar nicht schwer, Mami nicht einschlafen…“) und manchmal hat es ihn beruhigt. Was für ein Ding, wenn der weg ist…schnüff….viele liebe Grüße!

  2. Was für ein toller Post!
    Ich muss echt sagen, ich bin absolut kein Kindermensch, aber bei deinem Kleinen geht mir jedes Mal aufs neue das Herz auf. Mir ist sogar das ein oder andere Lächeln gekommen, wenn ich mir die Situationen bildlich vorgestellt habe, das finde sogar ich unendlich süß!
    Viele liebe Grüße 🙂

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