Exkurs | Montessori für zu Hause & das „neue“ Kinderzimmer

Kinderzimmerinspiration

Ach, hat sie mal wieder umgeräumt? Ja, hat sie!

Der Minimann, der gar nicht mehr so mini ist, entwächst langsam der letzten Bodygröße und zeigt mir damit umso deutlicher, dass er schon lange kein Baby mehr ist. Da er beim Thema „Wickeln“ bisher wirklich ein entspanntes Kind war, hatten wir bis vor kurzem auch noch unseren Wickeltischaufsatz. Den Aufsatz hat mein Papa damals passgenau für unsere Kommode angefertigt.

Mittlerweile benutzen wir immer öfter Windelhosen. Der Minimann kann dadurch einfach stehen bleiben, oder einen Katzenbuckel machen und alles funktioniert genau so gut. Durch das Verschwinden des Wickeltischaufsatzes haben wir nun etwas mehr Platz im Kinderzimmer, was ich direkt zum Anlass (und zur Freude des Ehefreundes) genommen habe, um etwa auszusortieren und umzuräumen. Hauptgrund dafür ist eigentlich das Buch „Montessori für zu Hause“ von Claudia Schäfer. Es lag etwas über zwei Jahre bei mir im Schrank und musste wirklich lange auf mich warten.

Erst jetzt habe ich die Zeit gefunden, es mit der nötigen Aufmerksamkeit und Ruhe zu lesen. Der Minimann zeigt uns in letzter Zeit sehr deutlich, dass er ganz alltägliche Dinge selbst machen möchte. Dinge die man als Erwachsener (und ich kann mich da leider nicht rausnehmen) gern und schnell übergeht.

Maria Montessori sagt es sehr treffend:

„Hilf mir, es selbst zu tun. Zeig mir, wie es geht.
Tu es nicht für mich, ich kann und will es allein tun.
Hab Geduld, meine Wege zu begreifen.
Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will.
Mute mir auch Fehler zu, denn aus ihnen kann ich lernen.“

Er möchte beispielsweise sein Brötchen selbst aufschneiden und mit Butter bestreichen. „Nein, …selber machen!“ ist ein Satz, den wir momentan häufiger hören. Blumen gießt er mit einer unglaublichen Ausdauer und Begeisterung. Er nimmt das wirklich sehr genau, da bleibt kein Pflänzchen trocken.

Ich sehe es noch sehr deutlich vor mir, als er zum ersten mal mit dem Apfelteiler einen Apfel aufgeschnitten hat. Er legte die Apfelstücke alle auf seinen Teller und brachte ihn ganz stolz zu seinem Papa.

„…ganz alleine macht!“ 

Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, dass mein Mamaherz in dem Moment ebenfalls gehüpft ist.Holzwaeschestaender

Beim Wäsche aufhängen ist es ganz ähnlich. Er möchte uns helfen, kommt aber an den großen Wäscheständer nicht so gut ran bzw. schiebt ihn mit Hilfe seines Hockers quer durch den Raum. Dank der Miniversion aus Holz kann er nun seine Wäsche selbst aufhängen und wieder abnehmen.

Montessori Regal

 

Neben kleineren Neuanschaffungen, habe ich auch sein Regal etwas übersichtlicher gestaltet. Auch wenn sich unsere Familien größtenteils daran halten, es hat sich vor allem im letzten Jahr so einiges angesammelt. Ich tausche zwar in regelmäßigen Abständen die Sachen, die im Regal stehen. Allerdings bleibt ein großer Teil weiterhin unberührt. Es ist schlicht und ergreifend zu viel. Es lässt sich zwar alles super einfach aus dem Regal räumen und damit ein buntes Chaos veranstalten, mehr passiert oft aber nicht. (Damit meine ich die Sachen, die sowieso sehr selten von ihm benutzt werden.)
Puzzle und SchleichtiereMontessori zu Hause

Er hat für seine zwei Jahre einen ganz beachtlichen Fuhrpark, greift sich aber trotzdem immer wieder die selben Autos heraus. Also habe ich seine Sammlung auf sechs Autos reduziert und es funktioniert genauso gut. Die restlichen Autos warten brav in seiner Kommode auf ihn, immer einsatzbereit und ohne lästiges Verstauben. Montessori fuer zu Hause

Es ist wie gesagt ein kleiner Anfang und auch außerhalb seines Zimmers hat sich schon etwas verändert. Aber dazu vielleicht ein andermal mehr, wenn es euch interessiert.

Ich bin jedenfalls gespannt, wie wir das in Zukunft weiter umsetzen werden. 

2 Kommentare

  1. Das klingt tatsächlich nach nem ziemlich vernünftigen Ansatz… Ich denke immer wieder, dass zu viel Zeug Kinder noch mehr überfordert und vor allem unnötig ist wie es bei uns Großen (zum Beispiel mit Klamotten und Kladderadatsch) der Fall ist. Und noch dazu sieht es minimalistisch-ordentlich ja auch viel schöner aus 😉

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