Momlife | Nachtschreck bei Kleinkindern

Nachtschreck

Dinge, die ich vor meinem Dasein als Mama nicht kannte Nr. XY

Pavor nocturnus oder unter Eltern besser bekannt als der Nachtschreck. Der Name setzt sich wirklich logisch zusammen, denn es passiert nachts und einen Schreck bekommt man in diesen Momenten definitiv. Betroffen sind häufig Kleinkinder zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr.

Unser erster Nachtschreck

Ich weiß nicht mehr wann genau uns der erste Nachtschreck heim suchte, aber es war auf jeden Fall kurz nach dem zweiten Minimann-Geburtstag. Das Babyphone ertönte und ich stand gefühlte 5 Sekunden später neben seinem Bett. Da schrie und weinte er schon auf Hochtouren. Zuerst folgte das übliche Prozedere. Ist die Windel trocken? Check! Hunger und Durst? Unwahrscheinlich, denn es war erst kurz nach 24Uhr. Auf Fragen und besänftigenden Worte reagierte er nur mit noch mehr Gebrüll. Anfassen durfte ich ihn erst recht nicht. Seine Art zu weinen war neu. Irgendwie panisch und intensiver als ich es bisher von ihm kannte.

Wahrscheinlich war es nur Glück, aber irgendwann willigte er ein und ich konnte ihn mit zu uns ins Schlafzimmer nehmen. Oben angekommen, wurde es nicht besser. Er krabbelte sofort wieder aus dem Bett, lief zur Tür, schlug auf sie ein und zog wie ein wahnsinniger an der Türklinke. Da ich ihn in diesem Zustand nicht wieder die Treppe runter tragen wollte (er trat und schlug wie gesagt um sich) saßen wir beide hinter der verschlossenen Schlafzimmertür. Er schlug abwechselnd die Tür oder meine Beine. All unsere beruhigenden Worte gingen im Gebrüll vollkommen unter. Auch der Versuch ihn etwas lauter anzusprechen erwies sich als wenig hilfreich. Es war kein Durchkommen zu ihm möglich. Der Ehefreund und ich hatten den Mini so noch nicht erlebt und dank dem Zusammenspiel zwischen Müdigkeit und dem stetig steigenden Stress-Level ließen wir uns fast zu einem Streit hinreisen. Uns war allerdings schnell klar – zielführend ist anders.

Also saßen wir da, wussten beide keinen Rat und überließen die Türklinke unserem brüllenden Kind.

Als die Lautstärke das erste Mal abnahm, schöpfte ich neuen Mut und sprach den Minimann an. Was sich direkt als Fehler herausstellte. Nicht ansprechen! Einfach machen lassen! Auch wenn es einem unglaublich schmerzt das eigene Kind so vollkommen „verrückt“ zu sehen.

Am Ende unseres ersten Nachtschrecks schlief er wimmernd und komplett durchgeschwitzt zwischen uns ein. Im Hintergrund lief damals leise Ben Howard. Seine Stimme hat beim Mini schon so manches Mal die Tränen getrocknet.

Der nächste Morgen

Wer war dieser strahlende Sonnenschein, der mich durch ein sanftes Streicheln aufweckte und wo war das kleine Monster von letzter Nacht hin?

Mittlerweile und einige Nachtschreck-Erfahrungen später weiß ich, dass sich die Kleinen daran höchstwahrscheinlich nicht erinnern können. Sie werden aus dem Tiefschlaf gerissen, sind vollkommen panisch und tatsächlich genau so orientierungslos wie sie  wirken.

Erst Anfang dieser Woche wurde der Minimann wieder durch einen Nachtschreck wach und hat mich so daran erinnert, dass ich hier schon länger darüber schreiben wollte.

Kennt ihr das Phänomen Nachtschreck? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

3 Kommentare

  1. Doreen Appelt

    Ahoi liebe bell,
    ich kann mich erinnern mit dir schon darüber gesprochen zu haben. Ich kannte diesen Nachtschreck nicht von meinem ersten Sohn , aber zu überdurchschnittlicher Willensstärke, einem überaus skurrilen Humor für einen zweijährigen & wunderbaren Kulleraugen kam auch dieser besagte Nachtschreck mit der Geburt des zweiten Sohnes in unser Leben!
    Komisches Ding is das, nichts von dem was man sonst so anwendet half , um das geliebte Kind wieder aus seiner aktuellen Welt ins heimische Schlafzimmer zurück zu holen – außer eben einfach den kleinen Muggl in ruh zu lassen und schweigend die Lautstärke des Gebrülls hin zunehmen, wir haben uns beim ersten Mal gefragt „tut ihm was weh ??? Müssen wir ins Krankenhaus fahren ??? “ um dann zu hoffen das ich beim nächsten Annäherungsversuch wieder einen Zugang zu ihm finde !! Am schönsten ist es dann gemeinsam erschöpft und selig , allein vom zuschauen, mit dem geliebten kleinen Menschen am Bauch einzuschlafen, das Händchen zu halten und am duftenden Haarschopf zu riechen ( –> nAch Keks )
    In diesem Sinne
    ahoi & eine schöne restliche Woche

  2. Susann Michaelis

    Hallo, unser kleiner Mann (jetzt 3) hat das seit dem 2. Lebensjahr auch öfter gehabt. Die ersten Male waren wirklich erschreckend. Meine Kinderärztin meinte man soll die Kinder schon versuchen aus der Situation rauszuholen und gab mir den Tipp vorsichtig ins Gesicht zu pusten. Das ist tatsächlich die einzige Möglichkeit meinen Kleinen wach zu bekommen und dann ist der ganze Spuk auch schnell wieder vorbei und er kann wieder seelig schlafen. Vielleicht magst du das ja mal probieren beim Minimann.
    Liebe Grüße,
    Susi

    • Werden wir beim nächsten Mal auf jeden Fall versuchen. Irgendwie kann ich mir zwar noch nicht vorstellen, dass es funktioniert (nach dem was man schon alles versucht hat). Aber wir lassen uns gern überraschen. :)

      Danke für den Tipp.

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