Geburtsbericht | Ein Leben und mein Kind, Vita.

Geburtsbericht

04.03.2017 | 4:42Uhr | 4200g | 54cm | Vita

Nach der Geburt vom Minimann, die wirklich schnell ging, sagten die Ärzte mir schon vor einigen Wochen, dass ich dieses Mal auf jeden Fall bei der zweiten Wehe losfahren soll. Große Frauen seien wohl besonders prädestiniert für schnelle Geburten. Prima. Wenn man eine Woche lang jeden Abend regelmäßige und stärker werdende Wehen hat, kommt man durchaus ins Grübeln, die wievielte „zweite Wehe“ das jetzt wohl war. Ich wartete also jeden Tag auf etwas eindeutiges und mit dem Blasensprung 2:00 Uhr morgens ließ sich dann, 3 Tage nach dem errechneten Termin, auch endlich arbeiten. Schon kurze Zeit später kamen die typischen Rückenschmerzen, die ich von der ersten Geburt noch in guter Erinnerung und auf die ich ebenfalls sehnlichst gewartet hatte.

3:00 Uhr, Ankunft im Krankenhaus

Das CTG zeigte ganze zwei Wehen an und ich stellte mich innerlich auf eine längere Nacht ein. Also tauschte ich erstmal meine Sachen gegen ein hübsches, rotes Krankenhausnachthemd und freute mich über die Tatsache, dass das Hemd super zu meinen Hausschuhen passte. Ich durfte mir einen Kreißsaal aussuchen und entschied mich für den in dem wir schon bei Minis Geburt waren. Damals war es der kürzeste Weg vom Eingang bis zum nächsten Bett und dieses Mal war es ein Stück Vertrautheit, wenn man das so sagen kann.

ca. 4:00 Uhr, wir bezogen unseren Kreißsaal

Mittlerweile hatte ich deutlich spürbare Wehen und die Hebamme blieb ungefähr 3-4 Wehen bei uns um zu schauen wie es mir dabei ging. „Lassen sie einfach jedes Gefühl zu.“  Na wenn das mal nicht genau mein Ding war. Da musste sogar mein Mann kurz lachen. An dieser Stelle sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich ein Freund von Selbstbeherrschung bin bzw. dass man mir meine Gefühlslage nicht auf den ersten Blick ansieht und ich aus diesem Grund schon oft als unterkühlt verkannt wurde. Aber wem sollte ich im Kreißsaal etwas vormachen wollen? Eben, keinem. Also raus mit den Gefühlen.

Mein Mann hatte der Hebamme von meiner Theorie, dass die Knopfmadame um 5 Uhr früh auf die Welt kommen wird, erzählt und bis zum Schichtwechsel hatten wir noch 1 1/2h Zeit. Unsere Hebamme war zuversichtlich und ich, in Anbetracht der Wehen, durchaus gewillt den Plan in die Tat umzusetzen.

Hebamme: „Wenn sich etwas tut oder es unangenehmer wird, einfach klingeln.“

Als hätte mein Körper alles mit angehört, dauerte es nur eine weitere Wehe und der Drang zu pressen setzte ein. Die übernächste Wehe ließ mich wahrscheinlich besonders wehleidig aussehen, denn noch bevor ich etwas sagen konnte, hatte mein Mann bereits geklingelt.

ca. 4:30 Uhr, die Hebamme blieb nun bei uns und mit der nächsten Wehe durfte ich endlich mitmachen.

Hebamme: „Wenn sie so weiter machen, wird das nichts mit 5 Uhr, dann kommt sie jetzt.“  – „Von mir aus.“

„Bereit, wenn du es bist.“

4:42 Uhr, Mein Leben und ein Kind, Vita.

Der Max bringt es mit seinem Lied „Vida“ auf den Punkt. „Es heißt die Kraft eines Baumes liegt in den Wurzeln…“ und ich hoffe, dass wir deinem Bruder und dir genau diese Kraft und den Halt geben können.

Wenn ich dieses Lied höre, kommen mir direkt wieder ein paar Tränen. Aber jetzt bist du hier, liegst neben mir und bist einfach perfekt.

Der Unterschied zur ersten Geburt

Ich habe dieses Mal alles viel bewusster wahrgenommen, auch die Schmerzen. Wahrscheinlich lag es daran, dass ich die Wehen in Ruhe und im Bett veratmen konnte und nicht im Krankenwagen lag. Was der weibliche Körper da leistet ist einfach unglaublich. Respekt an alle Mamas da draußen! Aber ganz ehrlich? Noch mal machen wir das nicht. 😉

4 Kommentare

  1. Ein wirklich schöner positiver Bericht :)
    Ich liege hier gerade auch mit unsrer Maus die gestern Nacht kam. Auch sie war wie ihre große Schwester recht schnell unterwegs. Ich finde es lustig das du auch meinst jetzt beim 2. Kind alles bewusster erlebt zu haben. Habe genau dasselbe gedacht.
    Wünsche euch weiterhin eine schöne entspannte Zeit!

  2. Eine schöne Geburt 😊 Ich lag damals 54 Stunden mit meinem Sohn in den Wehen. Bin gespannt wie es beim zweiten Kind aussieht 😜

  3. Jana Hatscher

    Ich würde sagen Bilderbuchgeburt!😊

    Meine erste Geburt verlief ohne Komplikationen und in 4 Std war die kleine Madam da.
    Der Zwerg tat sich etwas schwerer. Mit Einleitung, weil 10 Tage über dem errechneten Termin, schafften wir es schlussendlich mit einem Notkaiserschnitt. Nicht schön, dennoch glücklich!!!😍😊🍀

  4. So so schön zu lesen!
    Da muss ich gerade einmal wieder an die Geburt meiner kleinen Madame denken, die auch so wunderbar flott war.

    Alles Liebe euch ❤

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