Erfahrungsbericht – Spucken bei Stillkindern

Seit 7 Wochen ist die Knopfmadame schon auf der Welt und fast genauso lang ist sie nun mein kleines Spuckbaby. Natürlich habe ich seitdem ich Mama bin schon etwas vom Spucken bei Stillkindern gehört, aber es mit dem eigenen Baby zu erleben, ist doch noch mal etwas anderes. Mir war nicht bewusst wie anstrengend und nervenaufreibend es für uns beide werden würde.

Der untere Schließmuskel der Speiseröhre schließt noch nicht richtig und so kann es passieren, dass die Nahrung aus dem Magen wieder zurück in die Speiseröhre läuft (Reflux). Durch meinen Beruf weiß ich was da im Körper passiert und wieso, aber im Alltag und besonders wenn es einen selbst betrifft, verdrängt man sein Wissen ganz gern mal.

Auf dem Kanal von Aptawelt findet man nicht nur zum Thema Spucken bei Stillkindern wissenswerte Informationen, man bekommt auch einen guten Überblick über die Themen wie Schwangerschaft, Ernährung, Stillen und Babys und Mamas Gesundheit.

Schwangere Frauen und die Mamas unter euch kennen das oben genannte Phänomen vielleicht auch, allerdings oder glücklicherweise ohne Spucken sondern in Form von Sodbrennen. Durch die Hormonumstellung erschlafft der untere Schließmuskel der Speiseröhre und es kommt auch hier zum Reflux. Ich hatte in beiden Schwangerschaften damit zu kämpfen. Rein aus anatomischer und medizinischer Sicht kenne ich also die Ursache und weiß, dass es eben einfach etwas Zeit braucht und das Spucken irgendwann aufhört. Aus der Sicht einer Mutter kann es allerdings ganz schön zermürbend sein.

Am Anfang hatte ich oft Zweifel daran, ob die Knopfmadame überhaupt richtig zunimmt. Die Waage hätte mich eigentlich beruhigen müssen, denn sie nahm zu und das ganz ordentlich. Aber die Zahlen auf der Waage kamen in meinem Kopf nicht gegen die Berge an Spucktüchern an. Unser Kinderarzt erklärte mir bei der U3 Untersuchung, dass es sich mit Beginn der Breinahrung wieder geben sollte und da sie sich ansonsten normal entwickelt, muss man es eben einfach so hinnehmen. Vielleicht geht es da nur mir so, aber es fällt mir wirklich schwer, die Tatsache, dass mein Baby nach fast jeder Mahlzeit doch recht zuverlässig spuckt, einfach so hinzunehmen. Ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt und die Handgriffe sitzen langsam, so dass sie nicht mehr alles und jeden um sich herum voll spuckt.

Tipps die das Spucken und Aufstoßen lindern können

Gut gemeinte Ratschläge und Tipps bekommt man natürlich einige, was am Ende wirklich hilft und ob es überhaupt hilft, ist ganz sicher von Baby zu Baby unterschiedlich. Aber auch ich habe schon einiges versucht.

Eine ruhige und entspannte Atmosphäre schaffen,  gelingt natürlich mit einem Kleinkind im Haus nicht jedes Mal. Der Minimann möchte oft genau dann mit mir kuscheln oder uns mit seiner Musik bespielen. Anders als bei einem Einzelkind kennt die Knopfmadame diese Geräuschkulisse bereits von Anfang an und aus der Zeit in meinem Bauch. Sie lässt sich davon also nicht wirklich aus der Ruhe bringen.

Wenn ich sie während des Stillens zwischendurch aufstoßen lasse, gibt es natürlich lautstark Einwände gegen mein Vorhaben, allerdings klingt das darauf folgende Geräusch oft noch lauter und schon recht erwachsen. Meistens muss ich zwei „Bäuerchen“ abwarten (in Anbetracht der Lautstärke keine passende Bezeichnung), bis sie weiter trinkt. Wenn ich es mal vergesse, hört sie entweder von selbst auf zu trinken oder dankt es mir am Ende mit einer großen Spucklawine.

Nennt man es bei Babies auch „Den Hunger nicht übergehen“? Ich halte mich zwar nicht unbedingt an einen Rhythmus oder wecke die Knopfmadame aller 2 Stunden, aber nach 7 Wochen kann ich doch ganz gut einschätzen, ob sie gleich mit großem Hunger aufwacht oder nicht. Ist das doch mal der Fall, trinkt sie dann natürlich auch viel hektischer bzw. schneller und sehr oft verschluckt sie sich dabei auch.

Bei dem Satz „Du musst sie hoch lagern!“ scheint die Repeat-Taste zu klemmen, denn ich höre ihn fast täglich. Natürlich ist das nur gut gemeint, aber selbst nach 30 Minuten oder 1 Stunde auf meinem Arm oder Bauch kann sie sich ein kleines Spucken nicht verkneifen. Ja, ich mache mittlerweile schon meine Scherze darüber. Natürlich versuche ich ihren Oberkörper immer etwas höher zu lagern, aber ob es wirklich „den“ Unterschied bringt, kann ich gar nicht mal sagen.

Mein Spuckbaby

Manchmal gibt es Tage, da spuckt sie sehr wenig bis gar nicht. Darüber kann ich mich schon kaum noch freuen, denn das hebt sie sich alles für den nächsten Tag auf. Da sie sich aber ganz normal entwickelt und zunimmt, was bei den Mengen manchmal schwer vorstellbar ist, habe ich mich damit abgefunden. Ich habe ein Spuckbaby.

Es ist also ratsam ein bis zwei Moltontücher mehr griffbereit zu haben. Ein frisches T-Shirt habe ich bei längeren Ausflügen bzw. mehreren Stillmahlzeiten außer Haus jetzt auch immer dabei. Seitdem der Minimann mich im Wartezimmer unseres Kinderarztes von oben bis unten vollgespuckt hat, bin ich da etwas vorsichtiger.

Man hat wohl auch die Möglichkeit die Milch anzudicken, aber da sie auch trotz des Spuckens zunimmt, belasse ich es dabei.

Eure Erfahrungen

Auch wenn ich schon viel gehört und gelesen habe, würden mich eure Erfahrungen zu diesem Thema doch sehr interessieren. Denn wie gesagt, jedes Baby ist unterschiedlich.

*In freundlicher Zusammenarbeit mit Aptawelt. Vielen Dank!

10 Kommentare

  1. Wie immer toll geschrieben 🙂 Das Spucken war in den ersten Wochen vermehrt. Dann ließ es zum Glück nach,aber jetzt in 15. Woche fängt es wieder an. Es gibt nichts Schöneres als wenn einem die warme Suppe das Dekolleté runter läuft….

  2. Sabine Scheuer

    Liebe Bell, das Spucken ist auch bei uns ein leidiges Thema! Zwar ist die kleine Dame erst 2 Wochen alt, aber gespuckt wird wirklich oft – das Bäuerchen ist bei ihr auch kein gern gesehener Gast 😅 so gut wie nie, entweicht ihr ein kleiner Rülpser…Der einzige Trost, ist der, das es vorüber geht 💪 Halter durch an der Spuckfront ❤

  3. Mir ist ausgefallen das mein Sohn an Tagen besonders viel spuckt, wenn ich morgens eine Tasse Kaffee getrunken habe. Vllt ist das auch noch ne Idee? 🤔
    Super geschrieben. Und das spucken wird sicher bald besser. 😊
    Alles gute für euch! ☺

  4. Franziska

    Toll geschrieben und ich kann dich gut verstehen. Florian war auch ein kleiner Spucki. Ich konnte ihn leider nicht lange stillen, aber auch nach jeder Flasche kam immer ein Schwupp oder auch ein Schwall an Milch wieder raus. Geholfen hat uns der Osteopath…Nach 3 Behandlungen wurde es wirklich deutlich besser…Sowohl die Menge als auch die Häufigkeit. Viel Glück 😙

  5. So ein Spuckbaby habe ich auch: und es nimmt stetig zu. Ich habe mich deshalb einfach damit abgefunden – das Baby (8Wochen) trägt jetzt Halstücher, überall in der Wohnung sind Spucktücher verteilt…und für den Boden haben wir jetzt auch Feuchttücher besorgt 😎 Durchhalten!

  6. Liebe Bell … und wieder mal finde ich mich in deinem Beitrag genau wieder. Meine kleine hat auch sooo viel gespuckt das ich dann schon langsam gezweifelt habe ob ich so viel Milch denn überhaupt nachproduzieren kann oder alles okay ist mit ihr. Mittlerweile hat es sich eingepegelt. Außer früh nach hastigem trinken kommt manchmal alles wieder raus. Das Wort Hochlagern kann ich nicht mehr hören …gebracht hat es wenig 🙈 Zugenommen hat meine kleine auch super u im Nachhinein vergisst man den Stress eh 😜

  7. Meine Kleine hat erst mit gut 5 Wochen angefangen zu spucken und dass auch nur jeden 2. Tag lustigerweise. Wir machen brav Bäuerchen, aber ich habe nicht das Gefühl das es etwas hilft. Wir leben einfach damit, die Waschmaschine läuft häufiger und wir ziehen uns öfters um 😂 Immerhin habe ich so einen Grund mehr Babyklamotten zu kaufen 😂

  8. Hallo Bell,
    mein Sohn hat auch gespuckt was das Zeug hält, aber auch er hat zugenommen und ich habe es aus nervig hingenommen. Er hat sogar einmal bei H&M aus dem Kinderwagen gespuckt das es einen Platscher gemacht hat (Mann war mir das peinlich), aber mit zwei großen Tüchern war die Bescherung wieder weg und er hat dabei gelacht. Also was soll’s, das Leben geht weiter 🙂

    Bussi Irene
    http://www.moliba.blogspot.com

  9. Haltet durch Mädels! … zum Glück gibt sich das früher oder später. Meine Kleine (jetzt Große) 😉 hat auch viel spucken müssen. Wir haben sie manchmal schon liebevoll unser „kleines Lama“ genannt. Ein bißchen Humor kann in dieser recht aufreibenden Zeit sehr hilfreich sein. Eines Tages ist das, ähnlich wie die Geburtsschmerzen, vergessen.
    Stimmt, Katharina, toller Grund mehr shoppen zu gehen!!!!
    Wir freuen uns jetzt wieder auf ein Baby….
    Liebe Grüße Berit

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