Fliegen mit Kindern | „Papa das Flugzeug fällt um.“

Die Vorbereitung

Ich gebe zu, ich war durchaus nervöser als man mir vielleicht angemerkt hat. Das erste Mal mit beiden Kindern fliegen und dann, trotz Stilldemenz, an alles denken. Die Reisepässe lagen schon Wochen vorher bereit und meine größte Angst war es dennoch, ausgerechnet die zu vergessen. Zum Glück habe ich einen Mann an meiner Seite, dessen Kopf zum jetzigen Zeitpunkt eindeutig besser funktioniert als meiner. Da ich mir schon im Vorfeld Gedanken zum Thema Urlaub und Fliegen mit zwei Kindern gemacht hatte, verlief der Weg bis zum Flughafen und zum Check-In auch ohne Probleme.

Das Check-In Drama

Da hält man sich für besonders clever, bucht extra die erste Reiche in der Premium Economy Class, weil es auf Kurz- und Mittelstrecken keine kostenlose Verpflegung mehr an Board gibt und dann fehlen beim Check-In zwei von vier Kindern auf der Passagier-Liste. ZONK Geräusch!

Der Fehler lag wohl daran, dass das Bodenpersonal in ihrem System pro Reihe nur vier Plätze sieht es aber im Flugzeug sechs Plätze pro Reihe gibt. In beiden Fällen (wir waren zwei vierköpfige Familien) war also laut der Dame am Check-In kein Platz für unsere Babies.

Es verging einiges an Zeit und es worden mehrere Telefonate geführt, bis wir endlich unser Gepäck aufgeben konnten und alle ins Flugzeug durften. Halleluja! 

Die richtige Babyschale

Eine Frage die man sich beim Kauf einer Babyschale stellen sollte: Möchte ich mit dem Baby fliegen? 

Leider stellte uns vor über 3 Jahren niemand diese Frage und so standen wir plötzlich vor dem Problem, dass unser Maxi Cosi CarbioFix nicht für den Flug zugelassen war. Der wichtigste Punkt auf unserer To Do-Liste war es plötzlich eine passende Babyschale zu finden. Wir entschieden uns kurzerhand dazu den Maxi Cosi Citi zu kaufen, der zwar um einiges günstiger und leichter als unser bisheriges Modell ist, mich in der kurzen Zeit in der wir ihn genutzt haben allerdings auch einiges an Nerven gekostet hat. Wie oft kann so ein Sonnenverdeck eigentlich auf- oder abgehen?

Es hat sich dann zu unserer Überraschung weder am Flughafen noch im Flugzeug jemand auch nur ein einziges Mal für unsere Babyschale interessiert und geprüft ob die denn überhaupt zulässig ist. Ich hatte vorher genügend Zeit die beiden Schalen zu vergleichen und bis auf deutliche Unterschiede in der Verarbeitung, einem Gewichts- und minimalen Längenunterschied ist mir nichts gravierendes aufgefallen. Es wird wahrscheinlich an der Länge der Babyschale liegen, aber da wir in der ersten Reihe saßen, hätte es für uns keinen Unterschied gemacht.

Wir hätten da also noch einen Maxi Cosi Citi in liebevolle Hände abzugeben. 

Kinderwagen, Buggy oder Tragetuch?

Das Tragetuch war eines der ersten Dinge die ich im Handgepäck verstaut hatte, da wir zu dem Zeitpunkt noch nicht wussten wie Knopfi die Situation im Flugzeug annehmen wird. Es gibt, ich nehme mal an in jeder Airline, einen kleinen Extragurt mit dem man die Babies am eigenen Gurt befestigen kann. Damit ist das Baby z.B. auch beim Stillen gesichert. Ich empfand das als sehr angenehm, denn bei einer Flugzeit mit etwas über 4 Stunden kann man leider nicht einfach mal anhalten. So konnte ich sie auch mal aus ihrer Babyschale rausnehmen und sie konnte auf meinem Arm einschlafen. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, dann gab es leider nur für die Passagiere der Premium Economy ein Kissen für etwas mehr Komfort. Aber das ist wahrscheinlich bei jeder Airline unterschiedlich. 

Der Kinderwagen hatte während unserem Urlaub Pause, denn wir entschieden uns dafür, unseren Buggy, Quinny Zapp Xtra mitzunehmen. Mit dem Buggy konnten wir direkt bis ans Flugzeug laufen, was unglaublich praktisch ist.

Bei unserem Hotel konnte man direkt bei der Buchung die Option Kinderbett auswählen. Diese Möglichkeit gibt es sicher bei fast allen Hotels und macht es um einiges einfacher.

Sicherheitskontrolle

Wir hatten die benötigte Babynahrung mit im Handgepäck und das war an sich auch überhaupt kein Problem. Sogar unsere Wasserflaschen gingen als Getränke für die Kinder durch. Auf dem Rückflug wurden alle Flüssigkeiten noch mal in einem extra Raum geprüft.

Man muss das Baby an der Sicherheitskontrolle aus der Babyschale holen, damit diese auch gescannt werden kann. Überlegt euch also eine sinnvolle Anordnung im Handgepäck-Koffer. Alle Babysachen werden gesondert kontrolliert, ähnlich wie bei den elektrischen Geräten. Meine Tetris-Ordnung kam dadurch etwas durcheinander und das Einpacken nach der Kontrolle dauerte umso länger.

Die Knopfmadame begleitete die Sicherheitskontrolle mit einem kleinen Brüll-Konzert, denn sie wurde dafür aus ihrem Schlaf gerissen. Der Minimann war zum Glück so überwältigt, dass er von Papas Arm aus und aus sicherer Höhe alles beobachtete.

 

 

Start und Landung

Wir waren besser ausgestattet als jede Drogerie und Spielwarenabteilung zusammen. Für die größeren Kinder gab es jeweils einen Lolli für den Start. Wahrscheinlich hätten wir die gar nicht gebraucht, denn sie worden beim Start schnell zur Nebensache. „Oh Oh Oh Papa, das Flugzeug fällt um!“ war nur einer von vielen lustigen Sätzen die aus dem Minimann heraussprudelten.

„Mama, das Flugzeug fällt nicht um, das fliegt!“

Es ist schon niedlich wie er Dinge, die ihm erzählt werden, direkt an eine dritte Person weitergeben muss. Wahrscheinlich ist er ein auditiver Lerntyp und möchte es einfach nur nochmal hören.

Die Knopfmadame hat während dem Start kräftig an ihrer Flasche genuckelt und ist auf dem Rückflug kurz vor der Landung eingeschlafen. Alle Gedanken und Ängste waren also fast unbegründet.

Meine Erfahrungen und Tipps

Achtet beim Buchen des Fluges unbedingt auf die Flugzeiten. Niemand möchte mitten in der Nacht freiwillig ein Kleinkind wecken um sich in Richtung Flughafen aufzumachen.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, dann sichert euch die erste Reihe. Ihr habt mehr Beinfreiheit, könnt euer Krabbelbaby zur Not mal mit einer Decke auf den Fußboden setzen und habt den kürzesten Weg zur Toilette. Die meisten Leute sind aber sehr freundlich und lassen einen vor, wenn sie merken, dass neben ihnen ein zappelndes Kleinkind steht, dass ganz unaufdringlich „Ich muss mal, ich muss mal, ich muss mal, ich muss mal…!“ sagt.

Außerdem ist man näher an den Stewardessen, die sich, wenn es die Zeit zulässt, gern mal auf einen kurzen Plausch mit den Kleinen einlassen. Wir hatten einen sehr lieben und verständnisvollen Steward, der selbst Vater zweier Kinder war.

Bingo!

2 Kommentare

  1. Liebe Bell,
    ein spannender Beitrag! Ich finde es richtig toll, dass ihr euch einfach da rangewagt habt. So wollen wir es vermutlich auch machen und es scheint ja auch echt zu klappen.
    Ich musste bei deiner „Lerntypanalyse“ schmunzeln, weil ich selbst genauso die Kinder beobachte und sowas total spannend finde. Aber ich dachte, dass das so „freakig“ ist, dass das sonst niemand anderes tut 😁 Es ist also schön zu sehen, dass ich mich irre und wohl nicht die Einzige bin 😉
    Liebe Grüße

  2. Lisa Gütling

    Liebe Bell, wir sind gerade mitten in der Urlaubsplanung. Ob wir nun fliegen oder doch nur in Deutschland bleiben werden wir noch sehen. Jedenfalls hat mir dein Artikel Mut gemacht, dass man mit kleinem Baby fliegen kann und deine Tipps sind goldwert. So als Neumama hat man ja doch einige Sorgen und Unwissenheiten. Dank dir haben wir gleich geschaut ob unsere Maxi Cosi Babyschale passt. Zum Glück tut sie dass und wir brauchen uns darüber keine Gedanken machen.
    Liebe Grüße
    Lisa

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