Zwei Kinder später fühle ich mich wieder wohl in meiner Haut.

Schon immer viel zu groß und zu dünn. Seit ich denken kann, hatte ich irgendetwas an mir und meinem Körper auszusetzen. Die Madonna-Gedächtnis-Zahnlücke hat zum Glück eine Zahnspange gerichtet und an meine Nase, durch die mir schon große Erfolge bei der Trüffelsuche prophezeit wurden, habe ich mich über die Jahre gewöhnt. Allerdings konnte ich meinem Mann vor ein paar Jahren noch glaubhaft vermitteln, dass ich eine Nasen-OP plane. Aber wie hoch wäre wohl  die Wahrscheinlichkeit, dass ich danach zufriedener bin?

Bezeichnungen wie: „langes Leiden“ oder „ein Strich in der Landschaft“ zählten früher noch zu den freundlicheren Kommentaren über meinen Körper.

„Du musst mal etwas essen, mein Kind.“

Wenn der Minimann heute seinen Teller leer isst, bekomme ich von meiner Oma noch immer zu hören, dass er das ja nicht von mir haben kann. Als Kleinkind war ich wirklich ein schlechter Esser und hatte an allem etwas auszusetzen. In meiner Jugend war es dann nicht mehr ganz so schlimm und ich aß getreu dem Motto: „Wo ein Whopper Platz findet, da passt auch noch ein zweiter rein.“ 

Die Struwwelbell

Zugegeben, meine Haare glichen früher einem unförmigen Strohballen und waren für einige „Freunde“ auch der Anlass mir zu meinem 16. Geburtstag einen Gärtner-Gutschein zu schenken. Sie waren der Meinung, dass ein Friseur dieser Menge an Stroh nicht gerecht werden könne.

Push it to the max

Ich hatte, bevor ich die Pille nahm, eine eher kleinere Brust. Leider kann ich mich nicht mehr genau daran erinnern, ob ich das damals als störend empfand. An meinen BH aus dieser Zeit kann ich mich allerdings sehr wohl erinnern. Ein pink- und lilafarbenes Push-Up Monster. Er sah furchtbar aus und rückblickend betrachtet war er mir auch viel zu groß. Meine Frau Mama konnte mich modisch gesehen zwar vor einigen Fehltritten bewahren, beim Thema Unterwäsche hörte ich allerdings nicht mehr zu. Schade eigentlich.

BH bügellos Merle, Bustier Hilde von erlich Textil*

 

Zwei Kinder, ein bisschen Erfahrung und einige BH Größen später, muss ich niemandem mehr etwas beweisen. (Musste ich auch vorher nicht – ihr wisst sicher wie es gemeint ist.) Von 75C bis 80E war alles dabei, Halleluja! Mittlerweile fühle ich mich wieder wohl in meinem Körper. Wieder? Ja, denn wenn du von 0 auf 100 an Brustumfang zulegst und deine Sachen plötzlich nicht mehr richtig passen, neigt Frau schnell dazu, sich nicht mehr ganz so wohl in ihrer Haut zu fühlen.

Schon vor meiner zweiten Schwangerschaft hatte ich aus diesem Grund so gut wie alle Bügel-BH’s aussortiert. Ständig hat irgendwo etwas geziept oder gezwickt und wenn man während der Schwangerschaft mehrmals neue BH’s kaufen muss, verliert man schnell die Lust daran. Außerdem eignen sich bügellose BH’s viel besser zum stillen.

Ich hoffe, dass ich meinen Kindern später bzw. ab dem Punkt wo sie anfangen auf Äußerlichkeiten zu achten, ein gutes Körpergefühl vermitteln kann. Es geht nicht darum perfekt auszusehen oder in irgendein Schema zu passen. Man sollte einfach versuchen, für sich die beste Version seiner selbst zu sein.

3 Kommentare

  1. Danke für deinen Post, ich musste gleich mal dort bestellen. Da ich irgendwie eine Zwischengröße habe (blablabla), passt mir kein BH von der Stange, ich bin gespannt, ob die BHs von Erlich eine Alternative zu den Sport-BHs sind, die ich tagtäglich trage. (:

    Mir ging es als Kind sehr ähnlich, und ich darf mir heute noch Sprüche darüber anhören, dass ich schlecht essen würde, was natürlich der absolute Blödsinn ist…

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