Leben
Kommentare 2

Babyupdate | 6 Monate Zweifach-Mama

Es ist dunkel und um niemanden zu wecken, schleiche ich mich aus dem Schlafzimmer. Ich schließe langsam die Tür und gehe ins Bad. Da sitz ich also, als ich verschlafen und ohne Brille die Uhr ganz nah an mein Gesicht halte. 1:58 Uhr.

Meine innere Uhr funktioniert gut. Denn fast auf den Tag genau, vor einem halben Jahr, saß ich ebenfalls hier auf Toilette, als meine Fruchtblase platzte. Ich dachte zuerst wieder an einen Fehlalarm, doch beim Versuch aufzustehen, wusste ich, dass es ernst war.

6 Monate später

In den letzten Wochen vor der Geburt war kaum ein Gedanke präsenter, als der über Geschwisterliebe. Seit 6 Monaten sehe ich sie jetzt täglich vor mir und bin jeden Tag aufs neue überwältigt. Das Strahlen in den Augen der Beiden wenn sie einander sehen ist einfach unglaublich schön. Wenn nichts mehr hilft, ist die kleine Schwester der Joker in der Hinterhand. An manchen Tagen ist morgens so gar nicht an Aufstehen zu denken. Doch sobald die Knopfmadame neben dem Minimann liegt, kommt Bewegung in seinen kleinen Köper. Dann wird sie vorsichtig zugedeckt, umarmt und bekommt mit viel Glück sogar ein Lieblingskuscheltier ab.

Beim Mini gab es damals einen Moment, ein paar Wochen nach der Geburt, an dem ich erst so richtig begriffen habe, dass ich Mama bin. Jetzt und für immer. Dieses Gefühl mit all seinen Emotionen überkam mich so plötzlich, dass ich minutenlang neben meinem schlafenden Kind lag und leise vor mich hin schluchzte.

Seit Knopfis Geburt warte ich auf einen ähnlichen Moment und gestern war es endlich so weit. In den letzten Wochen hat gefühlt mein halber Instagram-Feed entbunden und es ist immer wieder schön zu sehen, wie sich die frischgebackenen Mamas freuen. Eine von ihnen ist Yavi, der einige von euch sicher folgen. Auf einem ihrer letzten Bilder auf Instagram beschreibt sie den Moment der ersten Begegnung ihrer beiden Kinder und bezeichnet ihn als den schönsten in ihrem ganzen Leben. Ich könnt direkt schon wieder losheulen. Genau dieses Bild und ihre Zeilen dazu, haben in mir eine Gefühlswelle ausgelöst, auf die ich insgeheim schon ein halbes Jahr gewartet habe. Neben dieser ganzen Gefühlsduselei sei an dieser Stelle kurz erwähnt, dass ich genau das an Instagram so mag. 

Der Versuch Gedanken zu ordnen

In dem Moment, als mich meine Emotionen ein zweites Mal überrollten, stand ich gerade im Bad vor dem Waschbecken. Ich weiß jetzt jedenfalls wie ich aussehe, wenn ich unsagbar glücklich und verletzlich zur gleichen Zeit bin. Der Gedanke daran, dass die beiden sich ein Leben lang haben und im Idealfall auch weiterhin so mögen, überwältigte mich. Es war wie eine Aneinanderreihung vieler kleiner Filme wie beispielsweise ein Bruder, der für seine Schwester auf deren Hochzeit für sie singt. Kitschig, ich weiß. Aber bei unserer aktuellen musikalischen Situation gar nicht mal so abwegig. Es waren einfach Situationen in denen Geschwister füreinander da sind. Viele dieser Situationen werde ich womöglich selbst gar nicht mitbekommen, weil Eltern darin keine Rolle spielen. Die Vorstellung, dass sie einander immer haben werden, ist einfach nur schön.

Na dann, auf die nächsten 6 Monate.

2 Kommentare

  1. Aileen sagt

    Der Gedanke ist wirklich wunderschön!

    Und diesen Moment des Begreifens,den kenne ich ebenfalls sehr gut!Es ist schön zu hören,dass sich alles auch bei anderen Frauen setzen musste,bis es klick gemacht hat!

    Danke für den schönen Beitrag!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.