Menschen(s)kind, pass doch auf!

„Isst Knopfi gerade deine Pflanze?“ Tatsächlich, unsere 8 Monate alte Tochter kaut genüsslich auf einem Blatt meiner Ufo-Pflanze herum. Stand sie nicht eben noch mit ihrem Hochstuhl mitten in der Küche, weit genug weg von allem, was nicht in kleine Kinderhände gehört? Wir hatten die Rechnung ohne den Minimann gemacht, der sich einfach nur Platz verschaffen wollte und deswegen seine Schwester samt Stuhl zur Seite schob. Da saßen sie nun. Der Eine glücklich, weil er sich selbst zu helfen gewusst hatte. Die Andere zufrieden, auf eben diesem Blatt kauend.

Zum Glück hatte Knopfi ihr Blatt eben erst erbeutet, so dass nicht mehr als 2 kleine Zahnabdrücke daran zu finden waren.

Situationen wie diese lassen sich leider nicht immer vermeiden. Man kann, schlicht und ergreifend, manchmal gar nicht so blöd oder vorausschauend denken. Besonders wenn man ein größeres Geschwisterkind im Haushalt hat, was in erster Linie „nur helfen“ will oder „nur gedacht hat, dass….“.

Auch mit nur einem Kind muss man sich im Grunde stets und ständig darüber im klaren sein, was für eine Vorbildfunktion man eigentlich inne hat. Gerade bei Freunden, die selbst noch keine Kinder haben, ist das gar nicht immer so leicht.

Sich auf den Tisch setzen und die Füße dabei auf den Stuhl stellen, war bisher doch auch ganz normal. Jetzt gibt es da allerdings diesen kleinen Minimann (damals knapp 2 Jahre alt) der ganz unbemerkt hinter einem auf den Tisch klettert. Natürlich fällt er ganz zuverlässig direkt rückwärts wieder runter. An dieser Stelle bitte ein ZONK-Geräusch.

Im Sommer verirren sich ab und zu einige dieser schwarzen, dicken Fliegen zu uns in die Wohnung. Meiner Vorbildfunktion bewusst, möchte ich die Fliegen natürlich lebend und in einem Stück wieder hinaus befördern. Tja, das wollte der Minimann auch, als er in seinem Bett stand, vorsichtig sein Fensterbrett abräumte und das Fenster (im 6. OG) öffnete um eine dicke Fliege zu verjagen. Ihr könnt euch vielleicht ungefähr meinen Gesichtsausdruck und meine sich überschlagende, panisch klingende Stimme vorstellen. Er hatte es bei mir doch oft genug gesehen, wieso also nicht einfach selber machen?!

Einen Tag später brachten wir Schlösser an die Fenster an.

Ich möchte euch mit diesem Beitrag nicht beweisen was für eine Rabenmutter ich bin, denn ich versuche jeden Tag mein Bestes um genau das Gegenteil für meine Kinder zu sein. Man hört leider immer mal wieder von kleinen Kindern, die beispielsweise aus einem Fenster gestürzt sind. An Hand der oben genannten Situationen weiß ich, dass Eltern gar nicht mal weit weg sein müssen, wenn ein solches Unglück passiert. Allein bei dem Gedanken daran, zieht sich in mir alles zusammen.

Diese kleinen Räuber wollen oft nur helfen oder eben das machen, was sie bei den Großen sehen. Ich bin als Kind im Grundschulalter bei uns zu Hause die komplette Treppe runtergefallen und weiß bis heute nicht, wie das passieren konnte. Eigentlich stand ich einfach nur auf der obersten Stufe und habe auf meine Mama gewartet.

Auch wenn es komisch klingt, bin ich froh darüber, dass ich diesen Schockmoment mit dem Minimann hatte, denn jetzt bekommt er die Fenster jedenfalls nicht mehr auf.

Hattet ihr schon solche Momente, die euch die Augen geöffnet haben bzw. gab es Situationen die ihr einfach unterschätzt habt?

Manchmal ist es ja gar nicht so verkehrt, wenn man schon mal davon gehört hat um in ähnlichen Situationen vielleicht anders reagieren zu können. Wisst ihr wie ich das meine?

Der Titel zum Beitrag ist natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen. Manch einer kennt vielleicht dieses Sprichwort.

3 Kommentare

  1. Oh Ja, Pflanzenessen steht bei uns hoch im Kurs. Als wir dachten alle bedenklichen Pflanzen hoch genug gestellt zu haben, zog sie sich am Blumenhockerhoch und reckte ihre Arme so hoch sie konnte, stellte sich auf Zehenspitzen und riss ein Blatt vom Affenbrotbaum ab bevor es im Mund landete habe ich es noch bemerkt. Nun steht er ganz oben auf dem Schrank. Die Fenster öffnen kann sie noch nicht. Aber vom Bett aus erreicht sie das Dachfenster und liebt es dort rauszuschauen. Also ist uns nun auch in den Sinn gekommen, die Fenster müssen wir umrüsten. 🤗
    Du hast es so schön geschrieben., man kann nicht so doof denken, manchmal steht man daneben und es passiert was und man kann nicht immer nebenbei stehen. Es gibt schließlich auch Sachen die im Haushalt erledigt werden müssen.
    Über weitere Mankannnichtsodummdenkenberichte würde ich mich freuen. ❤

  2. Oh Himmel, dass mit dem Fenster erinnert mich an unsere Geschichte. Ich und Mini allein zuhause. Ich wollt nur kurz zum Balkon, er hinterher, ist ja schließlich an seinem Zimmer. Wirft sich gegen die Tür, freut sich über den Knall und hängt sich mit aller Kinderkraft an die Türklinke … 😳 Fazit: ich draußen, er drinnen! Eine Panik, die ich noch nie erlebt habe! Nachdem ich überlegte wie gut es ist aus dem ersten Stock zu klettern und was mir das dann bringt oder was ein Feuerwehr Einsatz kostet, wenn ich irgendwie einen Nachbar auf mich aufmerksam mache, setzte auch die Panik in Mini ein. Ums abzukürzen habe mich dann zweimal mit aller Wucht gegen die Tür geworfen und zum Glück war Mini zu leicht, um sie komplett zu schließen … puh!

  3. Ohja, dieser Moment, wenn sich alles in einem zusammen zieht… Ich war ganz kurz oben auf dem Dachboden. Der kleine Mann damals etwa 8-9 Monate alt, an Klettereien bis dato nicht interessiert, kam plötzlich diese Klapptreppe hochgeklettert. Still und heimlich. In meinen Albträumen sehe ich ihn immer noch rückwärts runterfliegen. Es ist zum Glück gut gegangen. Aber wenn man weiterdenkt, was da hätte passieren können 😖

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.