Beauty
Kommentare 12

Selbstversuch | Microblading und was es mit meinem Gesicht gemacht hat

Der Beitrag über meine Erfahrung zum Mircoblading hätte schon im letzten Jahr online gehen können, allerdings wäre er dann sicher um einiges emotionaler gewesen und das wollte ich euch und mir ersparen.

Zur Erinnerung: So sahen meine Augenbrauen vor der Microblading-Behandlung und nach dem Färben aus. Keine Ahnung was ich dagegen einzuwenden hatte.

👻

Ein Beitrag geteilt von some moments are golden (@bellknopf) am

Augenbrauen on Fleek dank Mircoblading

 

Meine Augenbrauen sind von Natur aus sehr hell und letztes Jahr im Spätsommer bildete ich mir ein, dass es doch viel zu zeitaufwendig sei, mir jeden Morgen meine Augenbrauen nachzumalen.

Wenn man bedenkt, dass die Anastasia Beverly Hills Dip Brow Pomade im August 2017 noch unter meinen Top 4 Beautyprodukten war, kommt mir mein plötzlicher Sinneswandel, einen Monat später, absolut übertrieben vor. Doch wie ich bereits unter meinem Instagrambild schrieb – hat man gerade keine Probleme, muss man sich eben ein Neues schaffen.

Ich befragte also Google, scrollte mich durch unzählige Kosmetik-Accounts auf Instagram und laß mir Bewertungen und Erfahrungsberichte durch. Irgendwann war der Entschluss gefasst und Microblading schien mir das Mittel der Wahl zu sein. Warum mir das Färben meiner Augenbrauen zu dem Zeitpunkt nicht mehr ausreichte, kann ich mir heute leider nicht mehr erklären. In meinem Kopf tobte wahrscheinlich mein kleines, vierjähriges Ich und brüllte: „Ich will aber, ich will aber!“.

Vorstellung versus Realität

Mit genauen Vorstellungen und der Illusion, 2 Stunden später wundervolle Augenbrauen zu besitzen, machte ich mich auf zur Kosmetikern meiner Wahl. Es hatte zu diesem Zeitpunkt bereits ein Vorgespräch gegeben und meine Wünsche waren, meiner Meinung nach, klar formuliert.

Ich wollte gerade, natürlich aussehende Augenbrauen. Nicht zu dunkel und vor allem keinen übertriebenen Bogen. Im Grunde wollte ich meine vorhandenen Augenbrauen nur etwas definierter, mehr nicht.

Spoiler-Alarm: Meine Augenbrauen hätten kurz nach der Behandlung auch im neuen „ES“ Film mitspielen können.

Zuerst wurden meine Augenbrauen ausgiebig gezupft, obwohl wir vorher besprochen hatten, dass das nicht weiter nötig wäre, da ich meine natürliche Form behalten wollte. Ich redete mir erfolgreich ein, dass das wohl der helle Flaum unter der eigentlichen Augenbraue sei, den man selbst aus Gründen der Faulheit nie zupft. ZONK-Geräusch bitte hier einfügen.

Leider war das nicht der Fall, doch dank der dicken, roten Linien entlang meiner Braue, die der Kosmetikerin als Anhaltspunkt diente und meiner geröteten Haut, konnte ich nicht erkennen auf welchen Abgrund wir da zusteuerten.

Nein, ich übertreibe nicht. Aber ihr merkt es vielleicht, so ganz bin ich noch nicht darüber hinweg. 

Bild oben: Einen Tag nach der ersten Behandlung. Es gibt leider kein Bild auf dem man beide Augenbrauen komplett sieht, denn der Anblick war einfach zu schlimm für mich. Die Augenbrauen sahen übrigens nicht gleich aus, der Bogen bei der linken Braue (die unter den Haaren) war deutlich ausgeprägter bzw. höher.

Bild unten: Vergleich kurz nach der Behandlung (links) vs. 2 Wochen danach (rechts). Man erkennt den Unterschied und sieht, dass ich einiges mit dem Pinsel aufgefüllt habe. Auf dem rechten Bild kann ich sogar schon wieder ein bisschen lächeln.

 

Warum guckst du so böse?

Nach der ersten Behandlung und dem Ausbleiben meiner von mir erwarteten Euphorie redete ich mir, auf dem Weg nach Hause, noch recht erfolgreich ein, dass das eben erstmal so aussehen muss. Erst als mein Sohn vor mir stand, mich irritiert anschaute und fragte: „Mama, warum guckst du so böse?“ kam mir zum ersten Mal der Gedanke, dass es so vielleicht doch nicht ganz so natürlich wirkt, wie ich es wollte. Mittlerweile bin ich mir da sogar sehr sicher.

Seine verunsicherten Blicke waren wirklich das Schlimmste. Ich sagte ihm an diesem und auch an den folgenden Tagen mehrmals, dass ich nicht böse bin. Doch so wirklich glauben konnte er es mir nicht.

Mein Spiegelbild war in den nächsten Tagen tatsächlich nicht sonderlich gut drauf. Egal wie sehr ich mich bemühte zu lächeln, mir stand immer eine ziemlich grimmig dreinguckende Bell gegenüber.

Die Tage vergingen, die dunkle Farbe verblasste ein wenig und so langsam gewöhnte ich mich an mein neues Spiegelbild.

Mein Plan, Zeit zu sparen, ging ebenfalls nicht auf, denn mittlerweile stand ich morgens länger vorm Spiegel als vor dem Microblading. Unter dem Motto Schadensbegrenzung malte ich also wieder meine Augenbrauen nach.

 

Die Nachbehandlung

Nach 4 Wochen hatte ich einen Termin zur Nachbehandlung, bei der in der Regel nachgebessert und aufgefrischt wird. Die meisten Härchen waren mittlerweile nachgewachsen und ich hatte nur noch eine kleine Lücke, die aufgefüllt werden sollte. Soweit die Theorie.

Meiner Meinung nach erklärte ich auch dieses Mal absolut unmissverständlich was ich wollte.

Nicht zupfen, nur diese kleine Lücke auffüllen.

Ihr könnt ja mal raten wie die Sitzung begann. Richtig, es wurde wieder gezupft. Die ersten 10 Sekunden befand ich mich wahrscheinlich in einer Art Schockstarre, denn ich ließ es einfach geschehen. Als ich mich gesammelt hatte, fragte ich nach und erwähnte noch mal mit Nachdruck diese Lücke.

Bis heute weiß ich nicht woran genau es gelegen haben kann, aber meine Wünsche wurden auch dieses Mal vollkommen ignoriert. Nach einer Stunde hatte ich meine Clowns-Augenbrauen wieder, noch dünner als vorher. Ich wollte heulen und schreien gleichzeitig, doch entschied mich für ein sehr bestimmtes: „Die sind viel zu  dünn, mach sie dicker!“

Bild rechts: VOR der zweiten Behandlung sieht man mir meine Zuversicht deutlich an. Bild links: NACH der zweiten Behandlung nachdem ich mich wieder etwas gefangen hatte, lächeln war nicht mehr möglich.

Als ich zu Hause ankam, konnte ich meine Wut und Verzweiflung nicht mehr zurückhalten. Während die Tränen nur so liefen, versuchte ich mit einem warmen Waschlappen noch irgendetwas zu retten. Leider hat das nur so semi gut funktioniert.

Bild oben: Eine Freundin, die meine Verzweiflung und Tränen abfing, gab mir den Tipp, meine Augenbrauen abzupudern. Ich bin ihr bis heute dankbar, für ihre Ruhe und die richtigen Worte in diesem Augenblick. Das Bild entstand ein paar Stunden nach der zweiten Behandlung und nach dem Abpudern.

Mein Fazit zum Mikroblading

 

Die Nachbehandlung war Anfang Oktober und seitdem ist zum Glück einige Zeit vergangen. Es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich meine natürliche Form wieder habe, aber zumindest sind die meisten Härchen nachgewachsen und meine Augenbrauen sehen wieder halbwegs natürlich aus. Wahrscheinlich liegt es aber auch einfach nur daran, dass ich mich einfach an die Form gewöhnt habe.

Den meisten Leuten, mit denen ich in der Zeit darüber gesprochen habe, ist es entweder gar nicht aufgefallen oder empfanden meine Augenbrauenform als natürlich bzw. passend für mein Gesicht.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr bereits Erfahrung mit Microblading gemacht? Wenn ja, hoffe ich natürlich, dass ihr um einiges zufriedener mit dem Ergebnis wart. 

 

12 Kommentare

  1. Ein sehr persönlicher Post, nur leider weiß ich jetzt immer noch nicht was Mircroblading ist. Werde erstmal googeln dann ist es vielleicht klarer. Hätte aber auch gut am Anfang des Posts gepasst.

    • Aileen Weiss sagt

      Microblading ist das Zeichnen von kleinen Härchen,durch feines einritzen mit Farbe in die Haut!Es wird nicht tätowiert,was eine klare Abgrenzung zum Permanent Make Up darstellt!Durch die feinen Härchen können Augenbrauen dichter erscheinen,länger oder wieder überhaupt vorhanden aussehen!Krebspatienten nutzen diese Methode auch gerne!Wichtig ist eben,die natürliche Form einer Augenbraue zu berücksichtigen!All das,was bei Bell schief gelaufen ist,hat meine damals explizit erwähnt als das,was gar nicht geht!!!Es wurden 3 Stunden abgezeichnet,geschaut ob es mir gefällt,gleich aussieht etc…Erst nach ewiger Kontrolle wurde losgelegt!ich bin sehr zufrieden!

  2. Aileen Weiss sagt

    Wie ich dir ja schon einmal sagte,kann man da leider Pech und Glück haben!Es kommt ganz auf die ausführende Kraft an!Man begiebt sich da mit einer,für uns Frauen,sehr wichtigen Sache in fremde Hände und da müssen die Wünsche klar umgesetzt werden!Ähnlich wie beim Friseur,aber da gibt es ja auch viel zu oft Horrorgeschichten!Wieso die Dame deine exakten Vorgaben nicht umgesetzt hat,ich kann es nicht verstehen und finde es durchaus eine Art Körperverletzung!Es tut mir tatsächlich leid,dass du damit nun schlechte Erfahrungen sammeln musstest!Bei meinem ersten Versuch,mir die Haare beim Friseur braun färben zu lassen,bin ich mit schwarzen Haaren nach Hause gefahren!Ich habe mich aus Angst,es könnte genau DAS passieren,sonst nie getraut gehabt!Ich fuhr nach Hause und bildete mir ein,es könne am Licht liegen!Ich machte unzählige Bilder,es blieb schwarz,auch für meine Mitmenschen!Mein Friseur versuchte am nächsten Tag die Lage mit blonden Strähnen zu retten,die auf dem Schwarz kupferfarben wurden!Wo ich Strähnen und Kupfer so liebe!Bei dem Geburtstag meiner Tante am Sonntag schaute man mich verwirrt an und fragte nach meinen Haaren…Kannte man mich ja schon etwas länger und eigentlich auch meinen Stil!Es folgte eine Odyssee aus rabiatem blondieren und drüber färben zu Hause!Meine Haare waren im Arsch!Ich war zu der Zeit in Chemnitz!Das Unglück fand am Wochenende auf Heimatbesuch statt!Ich habe wirklich Glück gehabt und kann meine Yana nur jedem empfehlen!Die macht NUR Microblading,nichts anderes!Von Kosmetikerinen,die das zusätzlich anbieten halte ich nichts!Schuster,bleib bei deinen Leisten kann ich nur sagen!Ich drück dich und du siehst fabelhaft aus!Und ich hoffe,du hast die vielen Ausrufezeichen beim Lesen genossen ❤

  3. Ursula sagt

    Liebe Bell,

    ich konnte die Gefühlsachterbahn in deinem Post sehr gut nachvollziehen.
    Toll, dass du mittlerweile darüber so reflektiert und nicht übertrieben emotional schreiben kannst!
    Ich kann mir vorstellen, wie schlimm es für dich gewesen sein muss, diese Erfahrung zu machen, vor allem die Reaktion deines Sohnes war bestimmt nicht leicht für dich!

    Danke, dass du dies hier teilst!
    Deine Augenbrauen waren voll ok, da hast du recht!
    Aber mittlerweile sehen sie auch wieder gut aus. Ich habe mich nur zwischenzeitlich gewundert, dass du so wenig Bilder von deinem Gesicht postest…

    Es gibt Erfahrungen, die man nicht unbedingt braucht. Vielleicht hilfst du ja jemandem durch Deinen Post, es sich nochmal zu überlegen und lieber morgens den Pinsel zu schwingen 💁🏼‍♀️🖌
    💙💚💛🧡❤️

  4. Eva sagt

    Ja, da ist wirklich alles schief gelaufen.
    Ich versuche ja bei solchen Aktionen nur zu jemanden zu gehen, dem ich vertraue und dessen Arbeiten ich kenne. Gerade wenn es das Gesicht betrifft. Normal wird beim Microblading erst mal lange vermessen und gezeichnet und vor allem – besprochen.
    Ich hab es machen lassen weil ich kaum eigene Brauen habe und das alte Permanent rötlich wurde. Es ist wahnsinnig gut geworden. Und jeder Kunde sollte zufrieden sein.

    • Bell sagt

      So sollte es sein. Die Arbeit die ich gesehen habe, sah tatsächlich immer gut aus.
      Liebe Grüße
      🙂

  5. Susan sagt

    Ohje da ist ja wirklich einiges schief gelaufen – zum Glück wirst du bald wieder die Alte sein. Leider gibt es überall diese schwarzen Schafe 😩
    Ich bin froh, dass du disen Beitrag erst heute schreibst denn ich habe vor einigen Wochen auch ein Microblading machen lassen und ich bin so froh! Ich frage mich die ganze Zeit, warum ich das nicht schon früher getan habe 😊
    Liebe Grüsse

  6. Sarah Maki sagt

    Da ich bald einen Diamant-Blading Termin habe wüaatw ich gern wo Du warst?! Würdest Du mir das verraten oder habe ich es überlesen?
    Liebe Grüße

    • Bell sagt

      Was ist ein Diamant Blading? Ich möchte das Studio hier nicht nennen. Aber du kannst mir gern sagen wo du hingehst 🙂

  7. Pingback: Selbstversuch | neue Wimpern braucht die Frau – SMAG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.