Mama-Ich
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Kita Eingewöhnung 2.0 | Von Flashbacks und versteckten Tränen

Es ist über 5 Jahre her, als ich hier auf dem Blog das erste Mal von mir in der Mehrzahl gesprochen habe. Gut, in meinem Kopf war ich zwar nie ganz alleine, aber dann plötzlich dieses Leben unter meiner Brust zu spüren, war schon noch mal eine ganz andere Hausnummer. Es fühlte sich sogar so gut an, dass ich zwei Jahre später, mit Schwangerschaft Nr. 2, zum Wiederholungstäter wurde. Der Rest ist Geschichte bzw. findet ihr hier auf dem Blog und „plötzlich“ ist auch die zweite KITA-Eingewöhnung schon wieder vorbei.

Als ich mit Vita schwanger war, mussten wir uns zwischen Vince damaliger Tagesmutter und dem jetzigen Kindergarten entscheiden. Wir waren super zufrieden mit der Tagesmutter und die Entscheidung für den Kindergarten fiel uns anfangs auch nicht leicht. Ich mochte diese kleine Gruppe, diesen geschützten Rahmen in dem mein Sohn so viele Dinge zum ersten Mal erlebte und an dem man, eben weil es nur wenige Kinder waren, sehr intensiv teilhaben konnte. Der interessierte Austausch zwischen dem Erzieher bzw. der Tagesmutter, die sich in dem Fall auch die Zeit nehmen konnte oder wollte, und den Eltern, das hatte schon was für sich.

Letztendlich war die Distanz zwischen den beiden Einrichtungen zu groß und die Organisation bzw. der Aufwand zu umständlich und somit der entscheidende Punkt, dass unsere Wahl auf den Kindergarten fiel.

Eingewöhnung 2.0 – Alle unter einem Dach

Ich muss eigentlich nicht erwähnen wie schnell die 1 1/2 Jahre vergangen sind, aber ich tue es an dieser Stelle trotzdem. Plötzlich standen wir also da, in Vitas Gruppe, die sie vom sehen her schon kannte, da wir täglich 2x daran vorbei mussten, wenn wir den großen Bruder zur KITA brachten oder abholten.

In der ersten Hälfte der ersten Eingewöhnungswoche blieben wir erstmal nur 1h, in der zweiten dann schon 2h, bis zum zweiten Obstfrühstück. Wir hatten das Glück, dank der hochsommerlichen Temperaturen, dass die Gruppe die komplette Zeit im Garten war, was ich sehr schön fand.

Memo an mich selbst: „Beim dritten Kind nimmst du dir bitte Kaffee mit zur Eingewöhnung!“

„Oder du lässt das mit dem dritten Kind, dann geht das auch ohne Kaffee klar. Obwohl, was quatsch ich da!? Im Grunde geht doch nichts ohne einen wirklich guten Kaffee.“

In der zweiten Woche verabschiedete ich mich das erste Mal für eine halbe, dann für eine ganze Stunde (blieb allerdings immer in der Nähe) und am 4. und 5. Tag holte ich Vita erst vor dem Mittagessen wieder ab.

Man glaubt wirklich, man könnte die Zeit, in der man wartet, sinnvoll nutzen. Aber nein, ich saß meistens unruhig zu Hause, als würde ich auf wichtige Prüfungsergebnisse warten. Die Ergebnisse fielen in unserem Fall sehr gut aus. Vita hatte Spaß, vermisste mich kaum und wenn doch, sorgte ihrer kurze Aufmerksamkeitsspanne dafür, dass ein Eichhörnchen auf dem Baum oder ein Hund vor dem Zaun (WAUWAU!) plötzlich viel interessanter war.

Die dritte Woche verabschiedete ich mich 5-10 Minuten nach unserer Ankunft und Vita blieb bis nach dem Mittagessen in der Kita. Die Wiedersehensfreude war dann umso größer und zu Hause angekommen fiel sie oft sofort in ihren wohlverdienten Dornröschenschlaf.

Bis hier hin hatten wir wirklich eine Traum-Eingewöhnung doch in Woche 4 kam plötzlich der Abschiedsschmerz mit voller Wucht, allerdings bei mir. So freudestrahlend und befreit ich in der Woche zuvor noch die Kita verließ, so beklemmend war es jetzt. Ich saß mit einem Kloß im Hals im Auto und wollte gar nicht losfahren.

„Das letzte Mal eine Eingewöhnung, das LETZTE MAL. – Mein Baby ist jetzt kein Baby mehr.  -Wo ist die Zeit nur hin? – Wann ist sie nur so groß geworden?“ war nur ein Bruchteil der Gedanken, die mir durch den Kopf schossen. Man glaubt vielleicht, beim zweiten Kind weiß man wie der Hase läuft und ist gefühlstechnisch vorbereitet, auf all die Dinge, die da kommen mögen – aber Irrtum!

In der 4. Woche blieb sie zum ersten Mal über die Mittagszeit in der Kita und auch hier gab es keine Probleme. Sie schläft die vollen 2 Stunden durch und isst für 3 Kinder. Wahrscheinlich befindet sie sich gerade in einer Massephase oder will sich ein kleines Polster für den Winter anlegen, irgendwas dazwischen muss es jedenfalls sein.

Die Eingewöhnung ist durch und habe immer mal wieder kleine Flashbacks in denen ich Vince in dem Alter vor mir sehe. Die Beiden sind so unterschiedlich und sich trotzdem so ähnlich. Ich wünsche mir, dass sie sich (mal abgesehen von Geschwister-Streits, die es immer geben wird) die meiste Zeit so gut verstehen, wie sie es jetzt schon tun. Als ich damals von Geschwisterliebe sprach, hatte ich ja keine Ahnung wie schön sich das, als Mama, in Wirklichkeit anfühlt.

Es gibt momentan so viele erste Male in ihrer kleinen Welt, die sich für mich manchmal wie kleine Abschiede anfühlen und gleichzeitig ist es so wunderbar, dass ein zweites Mal mitzuerleben.

1 Kommentare

  1. Schön!!! Sag‘ mal, wo sind denn Tuch und Anzug her? Kaufst du viel neu oder auf dem Flohmarkt?

    Liebste Grüße,
    Mimi

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