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Irgendwas mit Brüsten, aber wichtig!

 

Die Caption könnte auch “Vorsorge beim Frauenarzt zur Brustkrebsfrüherkennung” lauten, aber ich wollte nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen, obwohl – warum eigentlich nicht? Denn ein Großteil aller Fälle von Brustkrebs wird von den Frauen selbst entdeckt und trotzdem ist es wichtig, regelmäßig zur Vorsorge zu gehen.

Aber eigentlich wollte ich so anfangen:

Wenn ich an die Termine bei meiner Frauenärztin denke, dann wird mir schon lange nicht mehr warm ums Herz. Die Zeiten, in denen ich, während dem Ultraschall, verklärt auf den Monitor schaute, sind seit über 2 Jahren vorbei.

Vorsorge beim Frauenarzt und warum es so wichtig ist

Während meiner zweiten Schwangerschaft stellte meine Frauenärztin bei mir an Hand regelmäßig wiederholter PAP-Tests (Vorsorge zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs) eine Zellveränderung fest. (hier klicken um zu lesen

Es folgte eine Konisation, 3 Monate nach der Geburt und noch mal eine Rekonisation etwas später, da beim ersten Mal nicht alles an verändertem Gewebe entfernt wurde. An sich kein schlimmer Eingriff, auch wenn mich die Narkose beim ersten Mal für einen ganzen Tag außer Gefecht setzte. Beim zweiten Eingriff hatte glücklicherweise eine Schwester Dienst, die sich an mich erinnern konnte. („Die Giraffe, die nicht wieder auf die Beine kam.“) Sie verabreichte mir vor und während der OP 2 Infusionen, so dass ich danach tatsächlich sofort wieder „fit“ war.

Seitdem muss ich regelmäßig zu meiner Frauenärztin um sicher zu gehen, dass mein Gebärmutterhals in Ordnung ist. Die Angst, dass wieder ein Abstrich auffällig sein könnte, ist jedes mal da.

Die jährliche Vorsorgeuntersuchung bei der die Brust abgetastet wird, hatte ich bei meiner ganzen Nervosität schon ganz vergessen. Also dachte ich mir auch nichts dabei, als das Abtasten etwas länger dauerte und auch die Frage, ob ich in letzter Zeit irgendetwas bemerkt hätte, beantwortete ich ohne Hintergedanken. Denn ich habe tatsächlich ab und zu ein Druckgefühl unterhalb meiner linken Brust und schob das bisher immer auf den Abdruck meines Bügel-BH’s. Meine Frauenärztin rät mir übrigens seit Jahren „diese Dinger“ wegzuwerfen.

Am liebsten trage ich tatsächlich bügellose BH’s, allerdings gibt es dann immer noch genug Leute, die überrascht gucken, wenn Brustwarzen zu erkennen sind. Es ist ja nicht so, dass ich nichts an habe, aber ich muss doch auch nichts verstecken was ganz natürlich ist, oder doch? Man schafft es doch auch Männern weiterhin ins Gesicht zu schauen, selbst wenn das etwas zu eng sitzende T-Shirt, oder die Hose kaum mehr Spielraum für Fantasien lassen. Den Emoji, der fragend die Hände hebt, könnt ihr an dieser Stelle selbst einfügen.

Der Satz „Gut, dann machen wir nächste Woche ein Brustultraschall, um einen Knoten auszuschließen.“ riss mich aus meinen Gedanken, weg von zu engen Männerhosen und holte mich zurück ins Behandlungszimmer.

Brustultraschall? Wieso das denn?

Ich hatte eine Woche Zeit mir alle Eventualitäten schwarz auszumalen. Plötzlich schwirrten Begriffe durch meinen Kopf, die ich bisher nie mit mir selbst in Verbindung gebracht hatte und natürlich war dieses Druckgefühl in meiner Brust die darauffolgenden zwei Tage so präsent wie lange nicht mehr.

Vor dem Ultraschall war ich unglaublich nervös und angespannt und es fiel mir schwer adäquat auf die Witze meiner Ärztin zu reagieren. Sie nahm sich jedenfalls viel Zeit und erklärte mir alles ganz genau. Bei beiden Brüsten war nichts auffälliges zu entdecken und mir fiel ein Stein vom Herzen. Mein Brustgewebe ist wohl sehr dicht, was bei vielen Frauen vorkommt und es dadurch etwas schwerer ist einen mögliche Veränderung zu erkennen.

Warum erzähle ich euch das überhaupt?

Weil ich mich, obwohl der Begriff Krebs schon im Zusammenhang mit meiner Konisation aufkam, noch nie wirklich mit diesem Thema bzw. der Vorsorge auseinander gesetzt habe.

Ich meine, habe ich die letzten Jahre regelmäßig meine Brüste abgetastet? Nein. War mir bewusst, dass regelmäßig im Idealfall 1x im Monat bedeutet? Nein. Wusste ich, dass man das am besten eine Woche nach Beginn der Regelblutung macht, weil die Brust dann besonders weich ist? Nein.

Da war ich, mit meinen 31 Jahren, bisher echt super informiert. Es ist wie bei so vielen Dingen, man beschäftigt sich ungern mit unbequemen Themen, bis sie womöglich im unmittelbaren Umfeld passieren. Es erkrankt jemand aus dem Bekannten- und Freundeskreis oder jemand innerhalb der Familie und plötzlich erscheint der Weg bis zu einem selbst gar nicht mehr so weit.

Ich möchte euch einfach nur daran erinnern, dass wir selbst auf uns aufpassen müssen und können. Selbstliebe und Achtsamkeit beginnt im kleinen, ganz bei uns selbst. 

Und jetzt mal Titten auf den Tisch – geht ihr regelmäßig zur Vorsorge? Wenn ich auch nur eine von euch mit dem Text daran erinnert habe, sich einen neuen Termin beim Frauenarzt geben zu lassen, dann war das doch schon gar nicht mal so sinnlos. 

3 Kommentare

  1. Monique sagt

    Super dass du auch solche vermeintlich privaten Themen immer wieder ansprichst! Und siehe da, beim Lesen stellt man fest, dass du mal wieder den Nagel auf den Kopf getroffen hast!
    Doch bevor das Ganze einen zu nachdenklich machen lässt, kommst du mit “Titten auf den Tisch” und ich hab so laut gelacht wie den ganzen Tag noch nicht! Herrlich!

  2. Julia sagt

    Danke, gerade geschaut bei mir sind schon wieder zwei Jahre vergangen. Werde am Montag einen Termin machen 👍😉

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