Aktuelles, Beauty, Leben
Kommentare 3

Microblading Fail – 2 Jahre danach

Habt ihr schon mal Microblading Fail gegoogelt? Da findet man unteranderem eine Frau, die nach der Behandlung plötzlich 4 anstatt 2 Augenbrauen hat. Wow, da bin ich damals fast schon glimpflich davon gekommen.

Meine Microblading Behandlung , ein Drama in 2 Akten

Eines kurz vorweg. Ich möchte diese Behandlung nicht verteufeln, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass es wohl überlegt sein sollte, denn nicht jeder der meint, etwas von diesem Handwerk zu verstehen, kann es auch. Aber lest selbst.

Ich bekomme auch heute noch, knapp 2 Jahre nachdem ich mich damals für eine Mircoblading-Behandlung entschied, Nachrichten von euch, dass ihr gerade frisch von eurer Kosmetikerin kommt und am Boden zerstört seid, weil der Termin so schief gelaufen und das Ergebnis anders als erwartet ist.

In manchen Fällen sollte man tatsächlich schon froh sein, wenn wenigstens die Anzahl der Augenbrauen noch stimmt. Ok, vielleicht ist es für einige von euch noch zu früh für Spaß und glaubt mir, I feel you.

Microblading-Termin, die Vorbereitung

Gutgläubig wie ich war, fühlte ich mich nach dem ersten Beratungsgespräch bestens aufgeklärt und informiert. Das Studio und die Kosmetikerin machten einen guten und seriösen Eindruck. Ich zeigte ihr Bilder von Frauen und ihren Augenbrauen, die meinem Typ und meinen Vorstellungen entsprachen. Außerdem sagte ich ihr, dass meine Augenbrauen im Grunde so bleiben sollen, wie sie sind, wenn ich sie nachgezogen habe. Eben genau das, dieses tägliche Nachziehen, wollte ich aus Gründen der Faulheit nicht mehr.

Soweit so gut. Ich kann nicht sagen, ob mir hier schon ein Fehler unterlaufen ist, aber wenn nicht, dann spätestens am Tag der Behandlung.

Aus mir immer noch unerklärlichen Gründen, war ich überzeugt davon, dass es besonders sinnvoll ist, ganz ungeschminkt zum Termin zu erscheinen. Rückblickend wäre wahrscheinlich genau das Gegenteil richtig gewesen, denn dann hätte die Kosmetikerin gesehen, wie meine Augenbrauen aussehen und in welcher Form ich sie haben möchte und für natürlich halte.

Ich zeigte ihr also nochmal Bilder meiner Wunschaugenbrauen und sie legte los. Mein Gesicht wurde vermessen, meine Augenbrauen umrandet und es wurde gezupft.

Erster Akt

Ein kurzer Spiegelcheck zeigte mir wenig später meine geschwollenen Augenbrauen, was bei mir normal ist, wenn nicht ich, sondern jemand anders es macht. Außerdem sah ich dicke, rote Linien um die Augenbrauen herum gezeichnet. Die Linien dienten der Orientierung. Für mich als Leihe, war keine wirkliche Form erkennbar. Im Nachhinein weiß ich, dass es nicht nur mir so ging.

Während die Kosmetikerin loslegte und nach eigener Aussage nur ganz zart meine natürliche Augenbrauenform nachzog (merkt euch das Wort natürlich!) , versuchte ich mich krampfhaft an die Schmerzen meiner beiden Geburten zu erinnern und redete mir ein, dass das schlimmer war. Entweder bin ich das größte Weichei überhaupt, oder Presswehen sind einfach mehr so mein Ding. 

In einem Horrorfilm war ich an diesem Punkt leider schon darüber hinaus, an dem sich entscheidet, ob das Opfer die Gefahrensituation richtig einschätzt und abhaut oder dem Täter direkt in die Arme läuft. Ich lag ja sozusagen schon in seinen oder besser gesagt ihren Armen. 

Man kann die Geschichte an dieser Stelle abkürzen. Ich habe bittere Tränen vergossen und mein 3-jähriger Sohn schaute mich in den ersten Tagen danach immer wieder skeptisch an und fragte, warum ich so böse schauen würde.

Zweiter Akt

4 Wochen später hatte sich der Schreck, beim Anblick im Spiegel, etwas gelegt. Kennt ihr das, wenn ihr ein Getränk ansetzt, Wasser vermutet und dann ist Wodka drin. Klar, eine Situation, wie sie im Alltag schon mal vorkommen kann. 😉 Aber ihr wisst vielleicht ein wenig in welche Richtung ich gedanklich möchte. Der Körper zuckt zusammen und muss die erwartete Vorstellung und die tatsächliche Realität erstmal abgleichen und zusammenbringen. Genau so erging es mir jeden Morgen vor dem Spiegel. Ich hatte mich so satt. Die Fratze, die mir da jeden Tag entgegenblickte (ich empfand es tatsächlich so) war der Hohn für meine Entscheidung.

Erkenntnisresistent wie ich vor 2 Jahren noch war, lief ich also ein paar Wochen später wieder zu meiner Kosmetikern um ein paar kleine Korrekturen vornehmen zu lassen. Ihr fragt euch jetzt, ob ich denn vollkommen bescheuert war? Die Frage lässt sich hier ganz klar und eindeutig mit einem JA! beantworten. 

Auch hier kann ich abkürzen. Es wurde wieder gezupft, wieder die feinen Härchen, die aus Angst vor den Schmerzen noch nicht einmal nachgewachsen waren und am Ende war ich die perfekte Besetzung für Steven Kings “ES”. Also alles ganz natürlich.

Links: nach der Nachbehandlung / Rechts: vor der Nachbehandlung (seht ihr den hoffnungsvollen Blick)

Rückblick

Ich suche noch heute den Fehler bei mir, aber habe mit der Zeit meinen Frieden mit diesem Thema geschlossen. Vielleicht war es fehlende Kommunikation, ich weiß es nicht. Wahrscheinlich aus reinem Selbstschutz habe ich mittlerweile auch ein paar Erinnerungslücken, was bestimmt besser so ist.

Ich kann euch nur raten – lasst euch vorher allumfassend beraten und Bilder von Kunden zeigen, die diesen Eingriff in dem Studio eurer Wahl bereits haben machen lassen. Außerdem überlegt euch gut, ob diese wenigen Minuten am Tag, an denen ihr eure Augenbrauen nachmalt, nicht doch auszuhalten sind.

Auf dem Bild ganz oben seht ihr mich heute. Meine Augenbrauen haben sich fast vollständig erholt und auch die feinen Härchen unterhalb der Braue, die sie komplett weggezupft hatte, wachsen wieder nach. Die Farbe ist nur noch vereinzelt zu sehen und ich kann schon seit einer ganzen Weile wieder gut gelaunt in den Spiegel schauen.

Die ganze Sache hat mir einmal mehr gezeigt, dass man sich selbst so annehmen sollte wie man ist. Optimierungsversuche bei denen eine zweite Person auf einen einwirken muss, sind mit Vorsicht zu genießen.

 

3 Kommentare

  1. Caro sagt

    Hab Deine Story schon vor zwei Jahren verfolgt und kann total verstehen, wie schlimm das für Dich war. Ich selbst hab vor ein paar Monaten Microblading machen lassen (früher zu viel gezupft / nicht dicht genug) und hatte schon einen Termin und dann auf einmal ein komisches Bauchgefühl… also wieder abgesagt und neu gesucht.
    Am Ende hab ich ein Studio gefunden, wo wirklich genau nach meinen Vorstellungen gearbeitet wurde. Es wurde fast eine Stunde nur ausgemessen/vorgezeichnet/besprochen. Danach wusste ich also genau, wie die Augenbrauen werden würden. Es hat auch überhaupt nicht weh getan und es sieht mega-natürlich aus, selbst wenn ich ganz nah an den Vergrösserungsspiegel rangehe sieht man kaum den Unterschied zwischen echten und “aufgemalten” Härchen. Ich denke, wenn man bei der richtigen Person ist kann es eine super Sache sein, ich bereue es überhaupt nicht und werde in einem Jahr nachstechen lassen (leider in meinem Fall verblasst es ja wieder).
    Bei allem was permanent ist muss man echt gut auswählen und ggf den Salon auch verlassen wenn man merkt, die Chemie stimmt nicht (was mir persönlich superschwer fallen würde… aber es nützt ja nichts, wenn man hinterher nicht zufrieden ist). Ich finde es sieht bei Dir wieder echt gut aus, Gott sei Dank!

    • Bell sagt

      Oh ja, ich bin auch wahnsinnig froh, dass es mittlerweile wieder normal aussieht.
      Ich habe bis zu dem Tag damals auch nur positive Beispiele gesehen und hab irgendwie gar keinen Gedanken daran verschwendet, dass da etwas schief gehen könnte oder eben so ganz anders aussieht, als ich es mir vorstelle.

      Danke dir. 🙂

      • caro sagt

        Ehrlich gesagt war ich bei mir so vorsichtig durch deinen negativen Bericht 🙂 Er hatte also auch was Gutes!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.