Wohnen
Kommentare 3

Minimalismus im Alltag | was bleibt, wenn der Trend geht?

*enthält Werbelinks/

Minimalismus im Alltag geht mittlerweile weit über einen einfachen Trend hinaus. Für Viele gilt Minimalismus als Lebensstil und ich bewundere all diejenigen, denen diese Lebensweise auch im Alltag gelingt. In den letzten 1 1/2 Jahren habe ich gemerkt, dass Minimalismus nicht von heut auf morgen geht, dass es nicht mit dem Wegwerfen alter oder wenig genutzter Dinge getan ist. Minimalismus ist ein Prozess und erfordert Geduld, mit sich selbst.

Minimalismus im Alltag – Realitätscheck

Das Buch “The Magic Cleaning” von Marie Kondo entfesselte in mir eine regelrechte Motivationswelle. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich mich durch alle Räume unserer Wohnung gearbeitet und sortierte fleißig, in Dinge die mich glücklich machten und eben die Anderen, die es nicht taten. Was mich nicht glücklich machte oder bereits Staub von mehreren Jahren angesammelt hatte, kam weg. Es war wie ein Befreiungsschlag, ich fühlte mich gut, ich hatte mein Leben im Griff.

Um ganz sicher zu gehen, kaufte ich mir kurze Zeit später auch Marie Kondos zweites Buch “Wie Wohnung und Seele aufgeräumt bleiben”, denn ich wollte nichts sehnlicher als Ordnung im Hause Knopf. Irgendwie hatte ich bei dieser Rechnung meine 3 Mitbewohner vollkommen ausgeklammert und so holte uns der Alltag und das Chaos schneller wieder ein als eines der Kinder “Maaaaamaaaa” rufen konnte.

Buy less, choose well, make it last.

 

Ich musste die Sache systematisch angehen, Schritt für Schritt, Raum für Raum. Dieses Mal sollte es klappen und so zog “Einfach leben” der Guide für einen Minimalistischen Lebenstil bei uns ein. Ungefähr zur selben Zeit machte ich auch erste Versuche und Erfahrungen mit dem Thema Upcycling und begann immer mehr umzudenken.

“Jeder Mensch sucht nach Halt. Dabei liegt der einzige Halt im Loslassen.” Hape Kerkeling

Die Kapitel die bei mir am meisten hängen geblieben sind, waren Minimalismus in der Küche und Minimalismus und Körperpflege. Damit habe ich angefangen und bin wirklich glücklich mit den Dingen, die ich bisher umgestellt habe.

Es brauchte nur einen Nachmittag um all meine Kosmetik- und Pflegeprodukte auszusortieren und es fühlte sich unglaublich gut an, Platz zu schaffen. Nein, die meisten Produkte werden leider nicht besser, nur weil sie zwei weitere Jahre in eurer Schublade auf einen möglichen Einsatz warten dürfen.

In der Küche war es das gleiche Spiel. Ich liebe schöne Tassen und ich gebe zu, dass daraus in den letzten Jahren eine kleine Sammelleidenschaft entstanden ist. Irgendwann gab ich der Realistin in mir eine Chance und sortierte in einer Nacht- und Nebelaktion alle Schränke und Schubladen in der Küche aus.  Diskussionen mit meinem Mann gab es erst, als ich den Starbucks Tassen an den Kragen wollte. Unser Kompromiss: die meisten davon hat er mit in die Firma genommen, ein paar ausgewählte Exemplare durften bleiben. 

Nach und nach ersetzte ich alle Plastikdosen durch Varianten aus Glas oder Edelstahl und bin nun endlich Herrscher über die Küchenschränke. Ihr kennt sie sicher alle, die eine Schublade, die man lieber nicht öffnet, weil einem sonst alles entgegenkommt. Ha, die gibt es jetzt nicht mehr. Es ist wirklich erstaunlich, was sich über die Jahre alles in den Schränken ansammelt. Schuld daran sind sicher auch die ein oder anderen Streifzüge durchs Schwedenkaufhaus, als ich noch der Meinung war jede neu designte Dose mitnehmen zu müssen.

Endgegner: Ordnung halten

Wahrscheinlich muss man sich zu allererst von dem Gedanken frei machen, dass es im Alltag eben nicht annähernd so clean und aufgeräumt aussieht, wie auf Pinterest und Instagram.

Ich mein das tatsächlich ernst, denn diese Plattformen können, wenn auch unbewusst, einen enormen Druck auf uns ausüben, ganz besonders dann, wenn gerade etwas nicht so läuft wie wir uns das vorstellen.

Ordnung zu halten klappte bei mir auch nicht vom ein auf den anderen Tag. Ich muss mich immer noch täglich dazu zwingen, die Dinge, die ich im nächsten Moment nicht mehr benötige, wegzuräumen. Denn das scheint hier tatsächlich die wirksamste Methode zu sein. Mein Mann belächelt und bewundert meine Motivation und meinen Ehrgeiz regelmäßig (wenn man das so nennen kann). Leider ist meine Motivation dahingehend noch nicht auf ihn übergesprungen.

Ich für meinen Teil, sehe und bemerke langsam eine Veränderung. Denn dadurch, dass beispielsweise die Schränke jetzt übersichtlicher sind und viele (bei weitem noch nicht alle) Dinge ihren festen Platz haben, funktioniert das Aufräumen besser und geht wesentlich schneller.

Upcycling und Nachhaltigkeit im Alltag

Upcycling ist eine wunderbare Idee um alten Dingen neues Leben einzuhauchen. Die Glasflaschen von Lemonaid und Truefruits mag ich dafür besonders gern. (Die Flaschen habe ich alle selbst gekauft und ausgetrunken, die Aufsätze wurden mir in den letzten Jahren von Lemonaid und Truefruits zugeschickt. Sprich: unbezahlte Werbung / PR Sample ) 

Zuerst ersetzen wir unsere 0815 Seifenspender aus der Drogerie und nach und nach kamen dann Essig und Öl Aufsätze und die Salz- und Zuckerstreuer und andere Glasgefäße dazu. Reinigungsbürsten kaufe ich mittlerweile nur noch in der Holzvariante. Zugegeben, vielleicht auch weil sie einfach ein bisschen schöner aussehen als ihre Verwandten aus Plastik.

Meine Vorsätze ganz ohne Jahreswechsel

Wenn ich länger darüber nachdenke, finde ich es doch recht traurig, dass der größte Mülleimer bei uns der für Plastikmüll ist. Noch trauriger ist es eigentlich, dass wir einen Obst- und Gemüseladen und einen Bioladen direkt um die Ecke haben, aber in 4 von 5 Fällen trotzdem im Discounter kaufen. Genau das würde ich in Zukunft gern ändern und mich nicht mehr hinter meiner Faulheit oder der Ausrede “Einkaufen mit zwei Kindern…” verstecken.

Es ist schon mal ein Anfang, dass wir (fast) immer unsere eigenen Stoffbeutel oder Papiertüten dabei haben. Falls nicht, spiele ich meistens Tetris mit dem Einkauf und staple alles in einen leeren Verpackungskarton.

Wahrscheinlich muss man doch erst etwas “älter” werden bzw. ein paar Erfahrungen sammeln, um manche Dinge wieder mehr zu schätzen. Habt ihr euch schon mit den Themen Minimalismus, Nachhaltigkeit oder Upcycling beschäftigt?

Fragen, Anregungen oder Kritik – immer her damit! (Der Reim war so nicht geplant.)

3 Kommentare

  1. Kästi sagt

    Interessantes Thema, gerade auch im Bereich Bad bzw Kosmetik. Ich habe da generell nur wenige Produkte, die ich verwende, auch was Putzmittel angeht. Da habe ich nur ein Spülmittel und Allzweckreiniger, sauber wird trotzdem alles.
    Zum Schminken verwende ich 5 Produkte, und habe nicht einen riesigen Tisch mit mehreren Make-Ups, Lippenstifte und Nagellack in 20 Farben… Aber gerade hier bei dem riesigen Angebot in der Drogerie und was man so auf Instragam o.ä. gezeigt gekonnt, ist es schwierig bei wenigen Produkten zu bleiben.

    • Vielen lieben Dank für deinen Kommentar.
      Du hast Recht, es ist gar nicht so leicht, sich nicht durch die sozialen Medien beeinflussen zu lassen.
      Als nächstes werde ich meinen “Badschrank” in einen Beitrag verpacken. 🙂

  2. Pingback: Minimalismus im Bad | Weniger und doch so viel mehr – SMAG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.