Leben, Mama-Ich
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Wie siehst du dich eigentlich?

Glaubt man Social Media, ist ein doch recht großer Teil der Frauenwelt mit sich und ihrem Körper im reinen und die, die es noch nicht sind, arbeiten gerade daran. Wir machen Sport, ernähren uns gesund und verstecken uns hinter Mantras, die uns immer wieder sagen, dass wir ok sind, so wie wir sind, nein, so wie wir aussehen(!). Treten wir nach all den Jahren etwa immer noch auf der Stelle? Gerade im Social Media Bereich scheinen Äußerlichkeiten wichtiger denn je. Klar, der erste Eindruck “muss” gut sein, aber sind wir denn gar nicht mehr gewillt hinter die Fassade zu blicken?

#selbstliebe #bodypositivity #afterbabybody

Ihr ahnt es schon, der struggle ist wirklich mehr als real. Diese Hashtags sind nur ein Bruchteil derer die sich, wie eine Spirale, um das Thema Körperbewusstsein drehen und uns scheinbar, wie unter Hypnose, in ihren Bann ziehen. Der anfänglich “positive” Grundgedanke weicht immer mehr einem beklemmendem Gefühl, da er oft falsch verstanden wird.

Dellen und Dehnungsstreifen erleben einen regelrechten Hype und je mehr man vorzuweisen hat, desto größer scheint gerade der Zuspruch. Natürlich ist dieses Umdenken gut und wichtig, denn dieses Phänomen wäre noch vor ein paar Jahren undenkbar gewesen. Unperfekt ist das neue Perfekt und das ist gut so. Jede Frau sollte ihren Körper feiern, für all die Dinge, die er im Laufe ihres Lebens leistet. Dabei sollte es auch keine Rolle spielen, ob wir bereits Kinder zur Welt gebracht haben oder nicht, denn die Anzahl der Kinder sagt nichts über das Körpergefühl einer Frau aus.

Es macht einen Unterschied, ob wir alles tun, um gut auszusehen, oder ob wir uns selbst gut sehen können. 

 

 

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Ein Beitrag geteilt von Isabell (@bellknopf) am

Meine Dehnungsstreifen sind nicht vorzeigbar, da sie “kaum der Rede wert” sind und doch sind sie da. Wir rufen dazu auf, dass alle Frauen schön sind, alle Frauen ihren Körper lieben sollen und gleichzeitig räumen wir den Frauen, die augenscheinlich näher an irgendeinem Körperideal sind, keinen Platz für Kritik am eigenen Körper ein.

“Die ist doch schon schön, was will sie denn?”

Schon? Ich dachte wir sind alle schön? Wer schlank ist, muss also automatisch mit sich zufrieden sein und hat auch sonst keine Probleme? Außer womöglich eine fremddiagnostizierte Essstörung – na dann sind wir ja wirklich schon weit gekommen.

“Ein Schönheitsideal ist eine zeitgemäße Vorstellung von Schönheit innerhalb einer Kultur. In der Regel bezieht sich der Begriff auf das Aussehen von Körper und Gesicht.”

 

Wenn wir uns also mal ganz spontan die nächsten zwei Tage keine Gedanken über unser und das Aussehen der Anderen machen würden, welche Themen würden bleiben? 

Ist euch schon mal aufgefallen, dass es so viel mehr gibt, worüber wir uns definieren können, wenn wir denn überhaupt irgendetwas definieren müssen.

Vorbild sein

Wir müssen nicht jeden Zentimeter unseres Körpers super toll finden und können uns trotzdem in unserem Körper wohlfühlen. Unser Körper ist mehr als nur eine Hülle, den wir je nach Trend und gängigem Schönheitsideal anpassen müssen. Durch ihn können wir Gefühle zum Ausdruck bringen, können neue Dinge und sogar Leben erschaffen. (Anm. d. Red.: Letzteres ist die beste Sache überhaupt.)

Jeder von euch kann etwas, das ein Anderer so nicht kann – ganz egal wie ihr ausseht. Wir sollten uns mehr auf das besinnen, was schon von Natur aus haben und daraus das Beste machen, denn keiner muss so viel Zeit mit uns verbringen, wie wir selbst. Also habt euch lieb, keiner ist so wie ihr und das solltet ihr immer als Vorteil sehen. 😉

 

2 Kommentare

  1. Wiebke sagt

    Hallo liebe Bell,
    wenn gleich ich deine Artikel schätze und es im Grunde richtig ist, was du hier schreibst, möchte ich dich bitten, den Begriff Body Positivity nicht in dem Zusammenhang zu nutzen und dich nochmal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Es ist eine politische Bewegung, in der es eben nicht (nur) um Selbstliebe und die eigene Einstellung zum Körper geht, sondern um Gerechtigkeit und Gleichbehandlung unterdrückter Körper. Eher um die Einstellung der Gesellschaft gegenüber zB dicker Menschen, People of Color, Menschen mit Behinderung, Transgender.
    Ganz oft wird der Begriff falsch und im Zusammenhang mit Selbstliebe/Selbstzweifeln genutzt, meist von Menschen, die keine Unterdrückung oder ungerechte Behandlung aufgrund ihres Körpers erfahren. Das sorgt dafür, dass diejenigen, die die Bewegung brauchen wieder weniger sichtbar werden.
    Vielleicht kannst du dich dahingehend ja nochmal informieren.

    • Du hast vollkommen recht. Ich hab mich natürlich damit beschäftigt. Eben weil er so oft anders genutzt wird, hab ich da nicht zu Ende gedacht. Danke für den Hinweis 🙂

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